<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!-- generator="wordpress/2.2.1" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>Das Literaturblog</title>
	<link>http://xn--krmel-lva.com</link>
	<description>Rund um´s Buch, Tipps und Rezensionen</description>
	<pubDate>Thu, 17 May 2012 10:36:25 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.2.1</generator>
	<language>en</language>
			<item>
		<title>&#8220;Die schöne Frau Seidenmann&#8221; von Andrzej Szczypiorski</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/17/die-schone-frau-seidenmann-von-andrzej-szczypiorski/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/17/die-schone-frau-seidenmann-von-andrzej-szczypiorski/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 May 2012 10:34:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Patrick]]></category>

		<category><![CDATA[Roman]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/17/die-schone-frau-seidenmann-von-andrzej-szczypiorski/</guid>
		<description><![CDATA[Opfer und Verbrecher, Helden und Verräter, Rebellen und Ignoranten  bevölkern die Straßen Warschaus während der deutschen Besatzung. Dieses  Buch beinhaltet 21 leicht miteinander verwobene Erzählungen, die sich im  näheren Umkreis der polnischen Jüdin Seidenman bewegen. Durch  unglückliche Umstände gerät sie in deutsche Gefangenschaft. Daraufhin  wird eine zufällige Kette an Ereignissen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3937793364/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3937793364&amp;adid=0WGHGW4WPV55N8ZBNHM6&amp;" target="_blank"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41N7RGDXNCL._SL500_AA300_.jpg" align="left" width="300" height="300" /></a>Opfer und Verbrecher, Helden und Verräter, Rebellen und Ignoranten  bevölkern die Straßen Warschaus während der deutschen Besatzung. Dieses  Buch beinhaltet 21 leicht miteinander verwobene Erzählungen, die sich im  näheren Umkreis der polnischen Jüdin Seidenman bewegen. Durch  unglückliche Umstände gerät sie in deutsche Gefangenschaft. Daraufhin  wird eine zufällige Kette an Ereignissen mobilisiert, um sie zu  befreien. Antrieb und Beweggründe eines jeden Invidiuums auf polnischer  wie auf deutscher Seite beleuchtet Szczypiorski auf überzeugende und  kritikfreie Weise. Prinzipientreue, Pflichtbewusstsein und  Urteilvermögen, manchmal auch die Liebe und Barmherzigkeit zeichnen den  Grenzverlauf zwischen der politischen und menschlichen Verantwortung.  Kein Mensch ist ohne  Sünde, Schuldzuweisung sucht man hier vergebens,  und das macht es schwer vorauszusehen, auf welche Seite wir uns  geschlagen hätten.</p>
<p><span style="font-style: italic">&#8220;Besser sein  auf jedem Gebiet, unerreichbar sein, das ist deutscher Ehrgeiz. Am  schönsten komponieren, am produktivsten arbeiten, am klügsten  philosophieren, am meisten besitzen, am effektivsten totschlagen! Es  gibt nichts Grausameres. Keine Moskauer Vorstellung kommt dieser  geradlinigen, ehrlichen Leidenschaft zu führen gleich, die den deutschen  Geist geprägt hat. Die Heuchelei des Moskowiters ist schrecklich und  zerstörerisch, aber sie ist nie vollkommen, stets kann man einen Riss  finden, einen Sprung, durch den ein klein wenig von der einfachen  Menschenseele sickert.&#8221;</span></p>
<p>Deutschland von außen betrachtet,  ein Blick ins polnische Ghetto riskiert und durch genaues Beobachten  erkannt, dass der menschliche Kern auf beiden Seiten der Grenze noch  nicht ausgetrocknet ist.</p>
<p>Patrick</p>
<p><strong>Süddeutsche Zeitung / Bibliothek</strong> 2004, Übersetzung: Klaus Staemmler, Hardcover vergriffen, 219 Seiten, ISBN: 978-3937793368</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/17/die-schone-frau-seidenmann-von-andrzej-szczypiorski/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Small Country&#8221; von NickHornby</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/15/small-country-von-nickhornby/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/15/small-country-von-nickhornby/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 May 2012 10:52:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Erzählung/en]]></category>

		<category><![CDATA[Christine †]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/15/small-country-von-nickhornby/</guid>
		<description><![CDATA[Willkommen - wiedermal - in Nick Hornbys Mikrokosmos! In diesem  Sammelband von 4 Erzählungen trifft man typische Hornby-Kreaturen,  bevorzugt aus der unteren gesellschaftlichen Mittelschicht, etwas naiv  gestrickt, doch mit genug Hausverstand ausgestattet, um den Widrigkeiten  des Lebens, die so daherkommen, entgegenzustehen und das Beste daraus  zu machen.
So erfährt die Mutter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3462043218/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3462043218&amp;adid=18S59RNN9TYB4QFWKCCK&amp;" target="_blank"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41bTnI5Nh%2BL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA300_SH20_OU03_.jpg" align="left" width="300" height="300" /></a>Willkommen - wiedermal - in Nick Hornbys Mikrokosmos! In diesem  Sammelband von 4 Erzählungen trifft man typische Hornby-Kreaturen,  bevorzugt aus der unteren gesellschaftlichen Mittelschicht, etwas naiv  gestrickt, doch mit genug Hausverstand ausgestattet, um den Widrigkeiten  des Lebens, die so daherkommen, entgegenzustehen und das Beste daraus  zu machen.</p>
<p>So erfährt die Mutter eines Halbwüchsigen ausgerechnet  von der sensationslüsternen Nachbarin davon, dass ihr Sohn angeblich  der Hauptdarsteller in einem Pornofilm ist und reagiert auf ihre Weise,  ein 11jähriger Junge aus dem kleinsten Land der Welt lernt erste  Grundzüge von solidarischem Zusammenleben, und versteht sich auch  darauf, seine Talente letztendlich richtig einzusetzen, jener Schüler,  der mit seinem Aufnahmegerät in Zukunft schauen kann, möchte die  verbleibenden 6 Monate noch ausgiebig nützen und nicht zuletzt geht es  darum, wer bestimmt, was Kunst ist.</p>
<p>Neben den typischen  Hornby&#8217;schen Figuren kommen auch die typischen Hornby&#8217;schen Themen nicht  zu kurz: Fußball, Kunst, Jugend, Pubertät, Eltern-Kind-Beziehungen  gemischt mit leichter Provozierung und gesellschaftlichen Seitenhieben,  die sich wie ein roter Faden durch die Stories ziehen, ebenso wie der  schriftstellerische Kniff, sich direkt mit dem Leser in Verbindung zu  setzen - teils um Sachen zu erklären, teils um Mitgefühl und Verständnis  zu erheischen - und man langsam aber sicher auch als Leser Teil von  Hornby&#8217;s small country wird.</p>
<p>Für Hornby-Liebhaber ein weiteres  Stück in der Sammlung (wobei anzumerken ist, dass die letzte Erzählung  &#8220;Nipple-Jesus&#8221; nicht neu ist und bereits im Jahr 2001 in einem  Erzählband (&#8221;Speaking with an Angel&#8221;)  auf deutsch erschienen ist.   Eingefleischte Hornby-Fans mag ich vorwarnen, dass sich dieses Buch  nicht als &#8220;Mogelpackung&#8221; entpuppt, den die beiden ersten Geschichten  &#8220;Not a Star&#8221; und &#8220;Otherwise Pandominium&#8221; erschienen bereits in einem  extra Sammelband auf englisch unter dem Titel &#8220;Otherwise Pendominium&#8221; im  Jahr 2005 bei pocket penguins.</p>
<p>Für alle, die Nick Hornby (noch)  nicht kennen ist es sicherlich ein netter Einstieg, allerdings würde  ich in erster Line zu seinen Romanen (Fever Pitch, A long way down,  About a boy, etc.) raten.</p>
<p>Christine †</p>
<p><strong>Kiepenheuer &amp; Witsch</strong> Verlag 2011, Übersetzung: Blumenbach und Hellmann, Hardcover 16,99 €, 158 Seiten, ISBN: 978-3462043211</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/15/small-country-von-nickhornby/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Neuerscheinungen im Juni</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/12/neuerscheinungen-im-juni-5/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/12/neuerscheinungen-im-juni-5/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 May 2012 09:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bücher-Tipps]]></category>

		<category><![CDATA[Literaturthemen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/12/neuerscheinungen-im-juni-5/</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Korrespondenzen 1 - 3&#8243; von Karl Jaspers


Ein facettenreiches und faszinierendes Portrait des einflussreichen  Denkers im regen Austausch mit zahlreichen Geistesgrößen.Der Psychiater  und Philosoph Karl Jaspers hinterließ eine große fachliche und  persönliche Korrespondenz, die historisch vom Untergang des Kaiserreichs  bis zur Etablierung der Bundesrepublik reicht. Aus den etwa 35.000  überlieferten Briefen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Korrespondenzen 1 - 3&#8243; von Karl Jaspers</strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Korrespondenzen-1-Briefwechsel-Karl-Jaspers/dp/3835310054/ref=sr_1_2?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1332497687&amp;sr=1-2" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="https://www.amazon.de/dp/3835310054/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3835310054&amp;adid=1SG2DPYKKCESSY0B68EG&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41j00xifSIL._SL500_AA300_.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
<p><em>Ein facettenreiches und faszinierendes Portrait des einflussreichen  Denkers im regen Austausch mit zahlreichen Geistesgrößen.Der Psychiater  und Philosoph Karl Jaspers hinterließ eine große fachliche und  persönliche Korrespondenz, die historisch vom Untergang des Kaiserreichs  bis zur Etablierung der Bundesrepublik reicht. Aus den etwa 35.000  überlieferten Briefen von und an Jaspers fügt die dreibändige kritische  und kommentierte Edition die wichtigsten epistolarischen Gespräche zu  einem Mosaik der jüngeren Philosophie-, Psychiatrie-, Politik- und  Kulturgeschichte &#8230; </em></p>
<p><strong><span id="btAsinTitle">Korrespondenzen. Briefwechsel: Psychiatrie, Medizin und Naturwissenschaften</span></strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Korrespondenzen-Korrespondenzen-Briefwechsel-Psychiatrie-Naturwissenschaften/dp/383531095X/ref=sr_1_28?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1332497558&amp;sr=1-28" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="https://www.amazon.de/dp/383531095X/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=383531095X&amp;adid=0ZXF4RECDZB6GCE2D168&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41xfY3txv1L._SL500_AA300_.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
<p><strong><span id="btAsinTitle">Korrespondenzen. Briefwechsel: Philosophie</span></strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Korrespondenzen-2-Korrespondenzen-Briefwechsel-Philosophie/dp/3835310968/ref=sr_1_4?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1332497687&amp;sr=1-4" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="https://www.amazon.de/dp/3835310968/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3835310968&amp;adid=13EZJKW4C3ZHEFK2V7NS&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41VT4OMuj7L._SL500_AA300_.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
<p><strong><span id="btAsinTitle">Korrespondenzen. Briefwechsel: Politik und Universität</span></strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Korrespondenzen-3-Korrespondenzen-Briefwechsel-Universit%C3%A4t/dp/3835310976/ref=sr_1_29?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1332497590&amp;sr=1-29" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="https://www.amazon.de/dp/3835310976/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3835310976&amp;adid=1ASA6WV6CVJDCWMD9MW5&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41hVG1jPsaL._SL500_AA300_.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/12/neuerscheinungen-im-juni-5/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>„Muttersohn“ von Martin Walser</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/10/%e2%80%9emuttersohn%e2%80%9c-von-martin-walser/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/10/%e2%80%9emuttersohn%e2%80%9c-von-martin-walser/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 09:26:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[deutschsprachige Gegenwartsliteratur]]></category>

		<category><![CDATA[Krümel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/10/%e2%80%9emuttersohn%e2%80%9c-von-martin-walser/</guid>
		<description><![CDATA[Nachdem ich „Angstblüte“ und „Ein liebender Mann“ als eher senile Alterswerke eines Autors gelesen hatte, war ich nun auf den neuesten Roman von Walser doch wieder recht neugierig geworden, zumal ich ihn mir in meiner Stadtbibliothek ausleihen konnte.
&#62;&#62;Der unterdrückte Teil in uns ist erst das, was uns zu Menschen macht.&#60;&#60;
So las ich dann den ersten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3498073788/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3498073788&amp;adid=0H4PBEFFMT20CN0TY0Y1&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41ZyHa7C5IL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA300_SH20_OU03_.jpg" align="left" width="300" height="300" /></a>Nachdem ich „Angstblüte“ und „Ein liebender Mann“ als eher senile Alterswerke eines Autors gelesen hatte, war ich nun auf den neuesten Roman von Walser doch wieder recht neugierig geworden, zumal ich ihn mir in meiner Stadtbibliothek ausleihen konnte.</p>
<p><em>&gt;&gt;Der unterdrückte Teil in uns ist erst das, was uns zu Menschen macht.&lt;&lt;</em></p>
<p>So las ich dann den ersten Teil „Dem Leben zu Liebe“, in dem fast alle Figuren des Werks vorgestellt werden und den Protagonisten Percy in den Mittelpunkt rückten. Für seine Zeugung brauchte es keinen Mann, so sagte es seine Mutter und für ihn wurde es zum Glauben. Nicht dass er davon wirklich überzeugt gewesen wäre, er sucht im ganzen Roman nach einem Vater, und drängt sich allen älteren Herren adoptionswillig auf. Ferner möchte er einfach keinem verletzen, auch seine Mutter nicht.</p>
<p><em>&gt;&gt;Dürfen wir etwas nicht glauben, weil andere nicht daran glauben wollen oder können?&lt;&lt;</em></p>
<p>Percy arbeitet als Pfleger in einer Nervenklinik, und hat mit sehr eigenwilligen Therapieansätzen so manche Erfolge gefeiert. Die Patienten lieben ihn in der Regel und laufen ihm auf dem Klinikgelände nach, erzählen von ihrem Leben, ihren Fortschritten und Fantasien.</p>
<p><em>&gt;&gt;Im Glauben erfahre ich, wer ich bin.&lt;&lt;</em></p>
<p>Der Professor der Klinik fördert ihn in jeglicher Weise, und beauftragt im ersten Teil den Protagonisten mit dem Fall des suizidgefährdeten Motorradfahrers. Percy schließt leise dessen Türe auf, setzt sich an den kleinen Tisch (der Patient liegt im Bett) und verharrt dort stumm mehr als 2 Stunden.<br />
Später erfährt der Leser, dass seine Mutter diesen Ewald Kainz kannte.  Nach und nach wird seine Geschichte aufgedeckt, und damit auch Percys Geschichte.</p>
<p><em>&gt;&gt;Wir glauben immer mehr als wir wissen.&lt;&lt;</em></p>
<p>Man hat aufgrund der unbefleckten Empfängnis und der Andeutung „Engel ohne Flügel“ schon eine Ahnung, worauf es in diesem Roman hinsteuert. Er ist eine Art Fürst Myschkin (Dostojewski „Der Idiot“), der keiner Figur widersprechen kann, der nur das Gute tun möchte und letztendlich wie alle Messiasfiguren tragisch ums Leben kommt. Ein echter Parzival, wie sein zweiter Vorname es schon belegt.</p>
<p><em>&gt;&gt; Der Wissende hat sein Wissen immer von einem anderen. Auf den kann er sich berufen. Der Glaubende beruft sich auf sich selber.&lt;&lt;</em></p>
<p>Ab dem zweiten Teil des Buches „Dieses Leben“ muss ich ganz ehrlich sagen, konnte ich nur noch wenig mit dieser Geschichte anfangen. Zu Sprunghaft und mit zu vielen Andeutungen gespickt, wurde ich ganz wirr beim Lesen. Dennoch habe ich das Werk beendet, und diese verkehre Verkettung der Zusammenhänge aufgelöst.</p>
<p><em>&gt;&gt;Ich habe nicht den mindesten Einfluss auf mich.&lt;&lt;</em></p>
<p><strong>Martin Walser</strong>, geboren 1927 in Wasserburg, lebt in Überlingen am Bodensee. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis und 1998 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandel.  (Klappentext) Bekannt wurde Walser durch seine Darstellung innerer Konflikte der Antihelden in seinen Romanen und Erzählungen. (wiki)</p>
<p>Krümel</p>
<p><strong>Rowohlt Verlag</strong> 2011, Hardcover 24,95 €, 505 Seiten, ISBN: 978-3-498-07378-7</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/10/%e2%80%9emuttersohn%e2%80%9c-von-martin-walser/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Die Musterschüler&#8221; von Michael Köhlmeier</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/08/die-musterschuler-von-michael-kohlmeier/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/08/die-musterschuler-von-michael-kohlmeier/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 08 May 2012 08:49:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[deutschsprachige Gegenwartsliteratur]]></category>

		<category><![CDATA[Heike]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/08/die-musterschuler-von-michael-kohlmeier/</guid>
		<description><![CDATA[In einem katholischen Heim für männliche Gymnasiasten in Tirol  herrschten Anfang der 1960er Jahre harte Sitten. Vor den Ferien mussten  sich die Jungen Lateinprüfungen stellen und sich mit guten Noten die  Heimfahrt verdienen. Vor den Ferien zu Allerheiligen 1963 fand diese  Prüfung für Gebhard Malins Klasse als Folge eines Jungenstreichs gar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3423138009/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3423138009&amp;adid=11HVQH6APPPGEQ88BBQ3&amp;" target="_blank"><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41k2icW6RoL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA300_SH20_OU03_.jpg" align="left" width="300" height="300" /></a>In einem katholischen Heim für männliche Gymnasiasten in Tirol  herrschten Anfang der 1960er Jahre harte Sitten. Vor den Ferien mussten  sich die Jungen Lateinprüfungen stellen und sich mit guten Noten die  Heimfahrt verdienen. Vor den Ferien zu Allerheiligen 1963 fand diese  Prüfung für Gebhard Malins Klasse als Folge eines Jungenstreichs gar  nicht erst statt. Damit waren die freien Tage für alle gestrichen. Nach  drei Wochen intensivstem Lateinstudium wurde die Prüfung nachgeholt. Der  Präfekt und Lateinlehrer erwartete sehr gute Leistungen, die auch alle  erzielten – außer Gebhard Malin, eigentlich ein sehr guter  Lateinschüler, er bekam ein „Nicht genügend“ bescheinigt. Wieder wird  vom Präfekten eine Kollektivstrafe verhängt, keine Heimreise bis zum  Weihnachtsfest, kein Besuch, kein Essen in den nächsten zwei Tagen, die  Jungen sollen beweisen, dass sie eine Gemeinschaft sind. Dann kommt von  ihm noch die Aufforderung: „Züchtigt ihn!“<br />
25 Jahre später werden die  damals beteiligten Jungen von einem unbenannt bleibenden Erzähler zu  dem Vorfall befragt. Keiner will mehr so recht wissen, was damals  geschah, wer das Heft in die Hand nahm, die Schuld der Einzelnen ist  verdrängt worden, das Erinnern fällt schwer und ist unangenehm.<br />
Michael  Köhlmeier ist für mich ein großer Erzähler. Seine Bücher sind schwer  vergleichbar, gerade das mag ich an seinem Stil. Mit „Die Musterschüler“  habe ich eine wahre Herausforderung gefunden. Die Seiten flogen nicht  so dahin beim Lesen. Ich musste mir das Buch erarbeiten. Mundgerecht war  es wirklich nicht, aber trotzdem fand ich es beeindruckend. Köhlmeier  erzählt die Geschichte nicht geradlinig, sondern eher verwinkelt und  konstruiert. Er weicht immer wieder vom roten Faden ab und schiebt neue,  aber auch bereits bekannte Episoden aus dem Schul- und Heimalltag ein.  Die häufigen Wiederholungen, die mitunter auch nur um kleinste  Informationen verändert wurden, lassen den Roman mitunter etwas zäh  erscheinen. Besonders ist auch die Erzählform des Romans, der Autor  schrieb ihn in Form eines Interviews. Fragen und Antworten wechselten  sich ab. Erst ganz zum Schluss bekommt der Leser einen Hinweis darauf,  wer der Fragende sein könnte. Aber worum geht es in diesem Roman? Es  geht um Schuld, um die Schuld des Einzelnen, mehr jedoch um die Schuld  der Gemeinschaft und es geht um die Verantwortung, die aus der Schuld  heraus übernommen werden muss. Es geht aber auch um die Rolle von  Außenseitern, die Gruppendynamik und die Schuld von Höherstehenden, in  diesem Falle, die des Präfekten. Assoziationen zu Morton Rhue’s „Die  Welle“ blieben dabei nicht aus.<br />
Durch die Frage-Antwort-Situation  kommt schnell ein Gefühl der Vertrautheit und Nähe zu den ehemaligen  Schülern auf. Doch gibt es auch immer wieder Überraschungsmomente, die  eine neue Sicht auf die Geschehnisse vor 25 Jahren erlauben.<br />
„Die  Musterschüler“ ist ein interessanter, überzeugend real wirkender und  nachdenklich machender Roman, der stellenweise dem Leser einiges an  Geduld abverlangt. Am Ende hat sich das Durchhalten dennoch gelohnt.<br />
<span style="font-weight: bold"><br />
Über den Autor</span><br />
Michael  Köhlmeier, geboren 1949, wuchs in Hohenems/Vorarlberg auf, wo er auch  heute lebt. Für sein Werk wurde der österreichische Bestsellerautor  unter anderem mit dem Man s-Sperber-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis und  dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet. (Quelle: amazon.de)</p>
<p>Heike</p>
<p><strong>Deutscher Taschenbuch Verlag</strong> 2009, TB 11,90 €, 608 Seiten, ISBN: 978-3423138000</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/08/die-musterschuler-von-michael-kohlmeier/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Neuerscheinungen im Juni</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/05/neuerscheinungen-im-juni-4/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/05/neuerscheinungen-im-juni-4/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 May 2012 09:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bücher-Tipps]]></category>

		<category><![CDATA[Literaturthemen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/05/neuerscheinungen-im-juni-4/</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Eine Rose für Emily&#8221; von William Faulkner


William Faulkner konnte erzählen wie nur wenige. In seinen Geschichten  und Romanen erschuf er seine Heimat Mississippi neu, taufte sie  Yoknapatawpha County und besiedelte sie mit Gestalten seiner Phantasie  zum Beispiel mit Miss Emily, deren Liebe zum Nordstaatler Homer Barron  von den Verwandten nicht geduldet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Eine Rose für Emily&#8221; von William Faulkner</strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Eine-Rose-f%C3%BCr-Emily-Meistererz%C3%A4hlungen/dp/3257068212/ref=sr_1_12?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1332497309&amp;sr=1-12" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="https://www.amazon.de/dp/3257068212/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3257068212&amp;adid=0QR9ERXZ6ZWNK1NK2JXY&amp;"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51-%2BUzZP3LL._SL500_AA300_.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
<p><em>William Faulkner konnte erzählen wie nur wenige. In seinen Geschichten  und Romanen erschuf er seine Heimat Mississippi neu, taufte sie  Yoknapatawpha County und besiedelte sie mit Gestalten seiner Phantasie  zum Beispiel mit Miss Emily, deren Liebe zum Nordstaatler Homer Barron  von den Verwandten nicht geduldet wird und sich auf überraschende Weise  dennoch erfüllt.       </em></p>
<p><strong>&#8220;Ein Porträt des Künstlers als junger Mann&#8221; von James Joyce </strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Ein-Portr%C3%A4t-K%C3%BCnstlers-junger-Mann/dp/3717522221/ref=sr_1_23?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1332497523&amp;sr=1-23" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="https://www.amazon.de/dp/3717522221/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3717522221&amp;adid=0KQYD6EYKDRTWSH5BWZD&amp;"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/5133wfrm8-L._SL500_AA300_.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
<p><em>Mit dieser in Dublin spielenden, autobiografisch gefärbten  Coming-of-Age-Geschichte schrieb sich James Joyce in die Weltliteratur  ein. Thematisch steckt in diesem aufsehenerregenden Roman schon ein  Großteil dessen, was den berühmten Iren ausmacht: Kunst, Sex, Religion,  Rebellion und all die damit einhergehenden Verwicklungen. </em></p>
<p><strong>&#8220;Dunkle Tiger&#8221; von Michi Strausfeld (Lyrik)</strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Dunkle-Tiger-Lateinamerikanische-Michi-Strausfeld/dp/3100744446/ref=sr_1_19?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1332497492&amp;sr=1-19" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="https://www.amazon.de/dp/3100744446/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3100744446&amp;adid=1DJNGFT6KZVGFX3KAP45&amp;"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51cJGDmHfjL._SL500_AA300_.jpg" width="300" height="300" /></a></p>
<p><em>Lateinamerika ist eine Erfindung: eine Gemengelage widersprüchlichster  Realitäten und verschiedenster Kulturen. Kein Wunder also, dass es der  Kontinent der Poesie ist: von dem eleganten Kosmopoliten Borges zu  Nerudas emphatischem Engagement und den weiten Bögen von den Inkas zu  Pessoa bei Octavio Paz.  </em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/05/neuerscheinungen-im-juni-4/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Imperium&#8221; von Christian Kracht</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/03/imperium-von-christian-kracht/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/03/imperium-von-christian-kracht/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 May 2012 08:02:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[deutschsprachige Gegenwartsliteratur]]></category>

		<category><![CDATA[Jan]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/03/imperium-von-christian-kracht/</guid>
		<description><![CDATA[Der Schweizer Autor Christian Kracht wurde 1966 in Saanen geboren und  hat mit diesem Buch das „Deutsche Feuilleton“ in helle Aufregung  versetzt.
Was war passiert?
Christian Kracht erzählt in diesem Buch die Geschichte des Aussteigers  August Engelhardt. Engelhardt kauft sich ein kleines Eiland in der  Südsee und widmet sich fortan dem Ernten und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3462041312/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3462041312&amp;adid=0SW5WGDZQ75BJ3QTX35G&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/511YHLL2H7L._SL500_AA300_.jpg" align="left" width="300" height="300" /></a>Der Schweizer Autor Christian Kracht wurde 1966 in Saanen geboren und  hat mit diesem Buch das „Deutsche Feuilleton“ in helle Aufregung  versetzt.</p>
<p>Was war passiert?<br />
Christian Kracht erzählt in diesem Buch die Geschichte des Aussteigers  August Engelhardt. Engelhardt kauft sich ein kleines Eiland in der  Südsee und widmet sich fortan dem Ernten und Verarbeiten von  Kokosnüssen. Zudem will dieser fast schon fanatische Vegetarier einen  „sonnenanbetenden Kokosnussorden“ gründen – Engelhardt predigt die  Kokosnuss als alleinige Nahrung. Darüber hinaus sind auch Nacktheit und  Naturnähe Eckpfeiler seiner Ordensphilosophie.</p>
<p>Die Geschichte spielt um 1902 und die Person des August Engelhardt soll historisch verbürgt sein.</p>
<p>Nun hat sich auch ein Rezensent des SPIEGEL dieses Buches angenommen und  man fragt sich, welches Buch der SPIEGEL-Rezensent Georg Diez  eigentlich gelesen? „Imperium“ von Kracht kann es schwerlich gewesen  sein.<br />
Diez tituliert Kracht in diesem Buch „als Türsteher rechten  Gedankenguts“, wirft ihm vor „Sympathisant für koreanische Diktatoren“  zu sein und fragt nach der Geisteshaltung des Autors im Zusammenhang mit  dem Briefwechsel im Jahre 2004 mit dem politischen Wirrkopf David  Woodhard.</p>
<p>Namhafte Autoren sprangen Kracht zur Seite. In einem offenen Brief  nannten sie die Kritik „bösartig und perfide“. Unterzeichner dieses  Briefes waren u.a. Daniel Kehlmann,  Peter Stamm, Monika Maron, Elfriede  Jelinek, Kathrin Schmidt und Feridun Zaimoglu.<br />
Es geht hier auch um die Frage, ob man den Autor eines Buches auch für  die Äußerungen seiner Protagonisten „haftbar“ machen kann.<br />
Und auch die oftmals Unsinn schreibende Iris Radisch meinte, auch sie  müsse sich zu Wort melden. Sie fragt wie „….politisch Literaturkritik  sein darf….“ schafft es dann aber nicht eine vernünftige Antwort zu  geben.<br />
Sie wirft den Verfassern des offenen Briefes vor, diese würden sich  anmaßen, zu wissen was Literaturkritik darf, kann und was dort erlaubt  sei.</p>
<p>Radisch schreibt wörtlich:<br />
„Das ist zwar korrektes Literaturseminarwissen, aber dennoch Unsinn.  Figurenrede, Ironie, Maskenspiel und die Freiheit der Kunst machen einen  Roman und seinen Verfasser nicht per se unangreifbar. Sie sind kein  ästhetischer Schutzwall, hinter den kein Kritiker mehr einen Blick  werfen darf, ohne Angst vor Beschwerden bei seinen Vorgesetzten haben zu  müssen.“</p>
<p>Leider hat Radisch – wie so oft – mal wieder überhaupt nichts begriffen.   Aber wer auf der ZEIT-Gehaltsliste steht, darf offensichtlich  Unsinniges daher schwafeln.</p>
<p>Kritik an einem Buch muss erlaubt sein, die Kritik kann auch gern  vernichtend sein – aber trotzdem darf Kritik nicht irgendwelche  Unwahrheiten oder der Unwahrheit nahekommende Spekulation und  Unterstellungen das Wort reden. Und genau das ist es was Diez macht.  Vielleicht sollte der SPIEGEL zukünftig seine Hände von literarischen  Themen weglassen; in der Vergangenheit hatten sie davon schon keine  Ahnung und das Beispiel „Imperium“ zeigt, dass sich daran auch nichts  geändert hat.</p>
<p>So ist dieser „vermeintliche Literaturskandal“ nichts anderes als ein  laues Lüftchen im Wasserglas. Aber so durften sich wohl die  Verkaufszahlen über sehr schöne Zuwächse freuen.</p>
<p>Christian Kracht schreibt in einer „leicht verdrechselten“ Sprache,  etwas ungewohnt aber nicht unangenehm und einige seiner Episoden  erinnerten mich an die Karikaturen aus dem „Simplicissimus“, der  politisch-satirischen Zeitschrift, die bis zum Ende der Weimarer  Republik existierte. Kracht schafft es, wenn auch eher unterschwellig  ironisch, das wilhelminische Zeitalter mit einem leicht amüsierten Hauch  zu schildern, wobei er aber hier nicht durchgängig in dieser Form  erzählt.</p>
<p>Im Ergebnis ist dieser Roman angenehm zu lesen; ein Highlight der  Literatur wird er aber ganz sicher nicht werden und der Verlag müsste  dem SPIEGEL für dessen Peinlichkeit doch eigentlich dankbar sein; denn  kann es eine bessere Werbung geben?</p>
<p>Interessant sind in diesem Zusammenhang die Meinungen des „Kollegiums  der Literaturkritik-Kardinäle“. Wo die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG hellauf  begeistert ist, ist die TAZ eher ernüchtert und enttäuscht. Die  FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG meint feststellen zu müssen, dass der  Autor noch nie so „locker und freudvoll“ geschrieben hätte. Die ZEIT  sieht nicht nur Anklänge bei Mann, Kafka und Hesse, nein, sie holt auch  noch Fontane und von Keyserling mit ins Boot. Naja – die ZEIT eben.<br />
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU scheint in Person der Rezensentin Sabine Vogel  ein wenig genervt von diesem Buch. Vogel bemängelt, den Versuch von  Kracht in „Thomas-Mann-Ton“ zu schreiben. Die kühle Zeichnung der  Figuren sieht sie als „unlebendig und staffagenhaft“. Ihr Urteil gipfelt  darin, dass sie das pathetische Schwadronieren von Krachts Hauptfigur  als „grauenhaften Rollenprosakitsch“ ansieht und das „Imperium“ für sie  nichts anderes ist als „gedrechselter Quatsch“.</p>
<p>Mich hat dieses Buch gut unterhalten und genau genommen ist auch das  allein für mich wichtig. Was habe ich letztendlich mit diesen  Literaturkritikern zu tun? Glücklicherweise nichts.</p>
<p>Für dieses Buch gibt es von mir eine freundliche Leseempfehlung und den Rat, vielleicht das SPIEGEL-Abo zu kündigen.</p>
<p>Jan</p>
<p><strong>Kiepenheuer &amp; Witsch</strong> Verlag 2012, Hardcover 18,99 €, 256 Seiten, ISBN: 978-3462041316</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/03/imperium-von-christian-kracht/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der Schwarm&#8221; von Frank Schätzing</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/01/der-schwarm-von-frank-schatzing/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/01/der-schwarm-von-frank-schatzing/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 May 2012 10:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Krimi/Thriller]]></category>

		<category><![CDATA[Heike]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/05/01/der-schwarm-von-frank-schatzing/</guid>
		<description><![CDATA[In Peru und Argentinien verschwanden Fischer auf hoher See. Vor der  mittelamerikanischen und australischen Küste sterben Menschen, weil sie  in Kontakt mit in Massen auftretenden hochgiftigen Quallen kamen. In  Frankreich platzten in einem Sterne-Restaurant Hummer, verbreiteten eine  gallertartige Masse, Menschen starben. Gastanker explodierten, ein  Forschungsschiff verschwand spurlos. Wale trafen verspätet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.amazon.de/dp/3462033743/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=3462033743&amp;adid=07A129S7ZRYK90MGH8EP&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41NRR0C7RGL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA300_SH20_OU03_.jpg" align="left" width="300" height="300" /></a>In Peru und Argentinien verschwanden Fischer auf hoher See. Vor der  mittelamerikanischen und australischen Küste sterben Menschen, weil sie  in Kontakt mit in Massen auftretenden hochgiftigen Quallen kamen. In  Frankreich platzten in einem Sterne-Restaurant Hummer, verbreiteten eine  gallertartige Masse, Menschen starben. Gastanker explodierten, ein  Forschungsschiff verschwand spurlos. Wale trafen verspätet auf ihren  Wanderungen vor der kanadischen Westküste ein. Als sie dann doch endlich  ankamen, waren sie aggressiv und griffen Menschen und Schiffe an. Im  norwegischen Schelfgebiet vermehrten sich massenhaft Borstenwürmer, die  sich von methanabbauenden Bakterien ernährten, die ihrerseits das  eisförmige Methanhydrat in großen Mengen abbauten. Dadurch wurde der  Kontinentalhang vor Norwegens Küste instabil, kam ins Rutschen und  verursachte einen gewaltigen Tsunami, der die Küstenregionen Nordeuropas  verwüstete. Der Golfstrom kam zum Erliegen. In der Tiefsee verlegte  Glasfaserkabel wurden zerstört, eine Kommunikation zwischen den  Kontinenten war nur noch eingeschränkt möglich. Das freigesetzte Methan  beschleunigte den Treibhauseffekt. Vor der Ostküste der USA wanderten  Krebse mit giftigen Bakterien besetzt an Land. Das Gift gelangte ins  Abwasser, giftige Gase stiegen auf und töteten die Menschen in ihren  Häusern. Vor den Kanaren droht die instabile Westflanke des Cumbre Vieja  durch die methanfressenden Bakterien abzurutschen und einen Megatsunami  zu verursachen. Die Menschheit ist in ihrer Existenz bedroht.  Wissenschaftler und Praktiker aus verschiedenen Ländern, unter  Federführung der USA, führen einen fieberhaften Kampf gegen die  Bedrohung. Immer klarer wird, dass diese im Zusammenhang mit der überall  gefundenen gallertartigen Masse, die von den Forschern Yrr genannt  wurde, steht. Die Forschung läuft auf Hochtouren.</p>
<p>Die Menschen  fliegen ins All, suchen nach intelligentem Leben außerhalb der Erde.  Aber wie gut kennen sie den eigenen Planeten? Die Tiefsee ist mehr oder  weniger unerforschtes Gebiet. Das nutzt Frank Schätzing in seinem Roman  und siedelt eine unbekannte Lebensform mit kollektiver Intelligenz in  den Tiefen der Ozeane an. Gekonnt verknüpft er verschiedene  Wissenschaftsgebiete wie Meeresbiologie, Zoologie, Ökologie,  Vulkanologie und Klimaforschung und erklärt die angerissenen Themen  allgemeinverständlich. Außerdem werden philosophische und  völkerkundliche Ansätze, religiöse Gedanken und ausführliche  Informationen zu technischen Fragen der Ölförderung und der  Tiefseeforschung nicht ausgelassen. Auch an Handlungsorten mangelt es in  Schätzings „Der Schwarm“ nicht. Trotz der beeindruckenden Themenfülle  und Schauplatzvielfalt wird der Leser nicht überfordert. Der Roman ist  gut strukturiert, in 5 Teile, einen Prolog und einen Epilog  untergliedert. Zwischenüberschriften geben dem Leser Auskunft über den  Zeitverlauf und der Ort der Handlung. Ein Kritikpunkt sind die recht  eindimensional gestalteten Charaktere, die schon so manch gängigem  Klischee entsprechen und sich grob in gut und böse einordnen lassen, das  wird durch die abwechslungsreiche Handlung aber gut kompensiert. Denn  den Hauptprotagonisten an sich gibt es nicht. Es sind etwa ein Dutzend  Personen, davon einige real existierende, die die Handlung maßgeblich  vorantreiben. Aus einer umfangreichen Recherche schöpfend, die auch noch  in „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ einflossen, schuf  Frank Schätzing einen äußerst interessantern und spannungsgeladenen  Thriller. Den ersten Teil, in dem die Welt zunächst mit unerklärlichen  Erscheinungen konfrontiert wurde, fand ich nahezu genial. Als dann in  der zweiten Hälfte der Existenzkampf der Menschheit geschildert wurde,  konnte mich der Autor nicht mehr hundertprozentig packen. Da gab es  Szenen, die mir zu konstruiert und zu hollywoodlike erschienen und damit  einfach nicht ganz meinem Geschmack entsprachen. Das Buch ließ sich gut  und flüssig lesen, die wissenschaftlichen Fakten erdrückten die  Handlung nicht. Ich empfehle „Der Schwarm“ gern weiter.<br />
<span style="font-weight: bold"><br />
Über den Autor</span> (Quelle: amazon.de)<br />
Frank  Schätzing, Jahrgang 1957, lebt gleich mehrere Leben. Als Kreativchef  einer Werbeagentur, Musiker und Musikproduzent, begeisterter Hobbykoch  und seit Mitte der Neunziger als Schriftsteller. Mit „Der Schwarm“ hat  sich Schätzing, selber ausgebildeter Taucher, einen Traum erfüllt,  nachdem er die Idee der Geschichte tatsächlich Jahre zuvor geträumt  hatte. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln.</p>
<p>Heike</p>
<p><strong>Kiepenheuer &amp; Witsch</strong> Verlag 2004, Hardcover 24,95, 1000 Seiten, ISBN: 978-3462033748</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/05/01/der-schwarm-von-frank-schatzing/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Neuerscheinungen im Mai</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/04/28/neuerscheinungen-im-mai-7/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/04/28/neuerscheinungen-im-mai-7/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 09:48:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Bücher-Tipps]]></category>

		<category><![CDATA[Literaturthemen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/04/28/neuerscheinungen-im-mai-7/</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Fiasko&#8221; von Imre Kertesz


Die Montage von Textauszügen aus dem Roman und Bildern lässt eine  Überlagerung von Zeiten entstehen, eine spannende Doppeldeutigkeit, ein  Vexierbild. Janet Riedel und Katja Pratschke gelingt eine ganz  eigenständige, originelle Bildpoesie, die ebenso schlüssig wie  rätselhaft ist.
&#8220;Paradox und Wunderschachtel: Essays&#8221; von Norbert Miller


Wegweisende Essays von Norbert Miller zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Fiasko&#8221; von Imre Kertesz</strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Fiasko-Imre-Kert%C3%A9sz/dp/3862600394/ref=sr_1_69?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985177&amp;sr=1-69" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.amazon.de/Fiasko-Imre-Kert%C3%A9sz/dp/3862600394/ref=sr_1_69?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985177&amp;sr=1-69" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41stkCiQtRL._SL500_AA300_.jpg" height="300" width="300" /></a></p>
<p><em>Die Montage von Textauszügen aus dem Roman und Bildern lässt eine  Überlagerung von Zeiten entstehen, eine spannende Doppeldeutigkeit, ein  Vexierbild. Janet Riedel und Katja Pratschke gelingt eine ganz  eigenständige, originelle Bildpoesie, die ebenso schlüssig wie  rätselhaft ist.</em></p>
<p><strong>&#8220;<span id="btAsinTitle">Paradox und Wunderschachtel: Essays&#8221; von Norbert Miller</span></strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Paradox-Wunderschachtel-Essays-Norbert-Miller/dp/3835310909/ref=sr_1_62?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985131&amp;sr=1-62" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.amazon.de/Paradox-Wunderschachtel-Essays-Norbert-Miller/dp/3835310909/ref=sr_1_62?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985131&amp;sr=1-62" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51zungx116L._SL500_AA300_.jpg" height="300" width="300" /></a></p>
<p><em>Wegweisende Essays von Norbert Miller zu seinem 75. Geburtstag am 14.  Mai 2012.Norbert Miller hat in den letzten 50 Jahren wichtige Impulse  für die Literatur- und Kunstgeschichte gegeben. Schon seine Dissertation  &#8220;Der empfindsame Erzähler&#8221; über die Romananfänge des 18. Jahrhunderts  hat Generationen von Studenten begleitet.</em></p>
<p><strong>&#8220;Dunkle Wälder&#8221; von Corinna Bille</strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Dunkle-W%C3%A4lder-S-Corinna-Bille/dp/3858694711/ref=sr_1_67?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985177&amp;sr=1-67" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.amazon.de/Dunkle-W%C3%A4lder-S-Corinna-Bille/dp/3858694711/ref=sr_1_67?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985177&amp;sr=1-67" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51aewlc1lXL._SL500_AA300_.jpg" height="300" width="300" /></a></p>
<p><em>Blanca, eine Frau um die fünfzig, verbringt den Sommer in einem Chalet  in den Walliser Bergen. Weit weg von den Menschen verlebt sie ihre Tage.  Nur gelegentlich kommt ihr Mann aus dem Tal herauf, einzig Hund   und  Katze sind ihre Begleiter. Vor ihrem Auge erstreckt sich ein dichter,  dunkler Wald. Sie beginnt, &#8230;</em></p>
<p><strong>&#8220;Hotel Europa&#8221; von Ilma Rakusa</strong></p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Hotel-Europa-Ilma-Rakusa/dp/3862600254/ref=sr_1_68?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985177&amp;sr=1-68" target="_blank"></a></p>
<p style="text-align: center"><a href="http://www.amazon.de/Hotel-Europa-Ilma-Rakusa/dp/3862600254/ref=sr_1_68?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1331985177&amp;sr=1-68" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41UCD5ImgsL._SL500_AA300_.jpg" height="300" width="300" /></a></p>
<p><em>Ein Buch, das Europa längst verdient hat: Große Schriftsteller über den  &#8220;alten&#8221; Kontinent, seine Geschichte und Kultur, seine Kunst und  Sinnlichkeit, seine Gegenwart und Zukunft.       </em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/04/28/neuerscheinungen-im-mai-7/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Dämonen&#8221; von Fjodor Dostojewski</title>
		<link>http://xn--krmel-lva.com/2012/04/26/damonen-von-fjodor-dostojewski/</link>
		<comments>http://xn--krmel-lva.com/2012/04/26/damonen-von-fjodor-dostojewski/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Apr 2012 09:36:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Krümel</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Klassiker]]></category>

		<category><![CDATA[Krümel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://xn--krmel-lva.com/2012/04/26/damonen-von-fjodor-dostojewski/</guid>
		<description><![CDATA[Mit den Dämonen sollte es wieder zur Versöhnung zwischen mir und Dostojewski kommen. Denn nach dem ich vor Jahren den „Idioten“ gelesen hatte, habe ich einen weiten Bogen um diesen Autor gemacht. Ich konnte mit der Figur des Fürst Myschkin so überhaupt nichts anfangen, zudem empfand ich die ganze Handlung als sehr übertrieben und diesen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://www.amazon.de/dp/B005MLAM46/ref=as_li_ss_til?tag=dasliter-21&amp;camp=2906&amp;creative=19474&amp;linkCode=as4&amp;creativeASIN=B005MLAM46&amp;adid=0800KH9WJCT1G92KZ56G&amp;" target="_blank"><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/61yrt4mcXFL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_AA278_PIkin4,BottomRight,-64,22_AA300_SH20_OU03_.jpg" align="left" width="300" height="300" /></a>Mit den Dämonen sollte es wieder zur Versöhnung zwischen mir und Dostojewski kommen. Denn nach dem ich vor Jahren den „Idioten“ gelesen hatte, habe ich einen weiten Bogen um diesen Autor gemacht. Ich konnte mit der Figur des Fürst Myschkin so überhaupt nichts anfangen, zudem empfand ich die ganze Handlung als sehr übertrieben und diesen Messias als eher misslungen. Kürzere Prosa stimmte mich dann wieder auf Dostojewski ein („Die Sanfte“ und „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch“). Jetzt las ich die „Dämonen“:</p>
<p><em>&gt;&gt; Ein Leben verging, und ein zweites begann; dann verging auch das zweite, und es begann ein drittes, und keines hatte einen rechten Abschluss. Der Abschluss war immer wie mit einer Schere weggeschnitten.&lt;&lt;</em></p>
<p>Im ersten Teil beschreibt der Autor die handelnden Figuren des Romans. Es fällt auf, dass der lebhafte Dialog, eigentlich ein Kennzeichen von Dostojewski, kaum verwendet wird. Und so wird der Leser ganz langsam (mancher würde es als schleppend empfinden) in die Handlung getragen. Die Hauptfigur im Roman ist Stepan Trofimowitsch Werchowenski, er ist vom Charakter dem Fürst Myschkin schon sehr ähnlich. Er treibt sein Unwesen als Liberaler im Haus der Witwe Warwara Petrowna Stawrogina mit ihrem Sohn Nikolai Stawrogin. Lebt auf deren Kosten, ist ein Träumer und versperrt sich gegen den Zeitgeist, den Stawrogin schon längst überwunden hat. Zurück bleibt bei Nikolai eine auffallend äußere Überheblichkeit gegen jegliche Gefühlsform und Gesinnungen. Stepan drückt also das Gestern und Nikolai das Übermorgen aus, das Heute kommt mit der Figur Pjotr Stepanowitsch Werchowenski ins Spiel und versetzt mit seiner nihilistischen Überzeugung die kleine Provinzstadt in Schrecken. Zum Schluss wird gemordet*, gelyncht und gestorben. Somit ist der Roman wie bei einem Drama in die drei Akte unterteilt.</p>
<p><em>*&gt;&gt;Bei dieser wahren Begebenheit wurde auf Veranlassung des skrupellosen Nihilisten Sergei Netschajew ein junges Mitglied seiner Gruppe, der Student Iwan Iwanowitsch Iwanow, von seinen Kameraden ermordet.&lt;&lt; (Quelle: wiki)</em></p>
<p>Das Ende des Buches empfand ich auch bei den „Dämonen“ als ein wenig zu „schmalzig“. Der Tod von Stepan Trofimowitsch wurde viel zu ausführlich beschrieben und in einem gewissen Tonfall, den ich als weinerlich empfinde, der des Nikolais war dann die Krönung, und beide hintereinander haben für mich persönlich den Roman gekippt.</p>
<p>Interessant im Buch finde ich die Auseinandersetzung mit dem Glaube, und so hat zum Beispiel die Figur Kirillow das Problem, eine innere Polarisierung, ein Gefühl, dass es ohne Gott auf der Welt nicht geht, weil der Mensch Mensch ist, und von seiner Logik her, vom Verstand, dass es eben keinen Gott gibt. Dieser Widerspruch, die innere Zerrissenheit, führt dazu, dass Kirillow sich umbringen will und muss, denn er sieht nur diese Möglichkeit aus diesem Dilemma zu entkommen und der Welt etwas auf zu zeigen.</p>
<p>Bei Stawrogin erfährt man während der Lektüre, dass er eben nicht nur gleichgültig und überheblich ist, sondern innerlich fast zergeht und zerfressen wird von seiner Reue.</p>
<p><em>&gt;&gt; Was das Verbrechen selbst anlangt, so sündigen auch viele andere in gleicher Weise, leben aber mit ihrem Gewissen in Ruhe und Frieden und halten das sogar für unvermeidliche Fehltritte der Jugend.&lt;&lt;</em></p>
<p>Überall spiegelt sich eine gewisse Diskrepanz zwischen Verstand und Gefühl/Glaube. Im Buch wird das mit Europa gegen Russland veranschaulicht, oder eben mit Atheismus und Frömmigkeit, oder mit den Figuren Stawrogin und Kirillow als Ganzes gezeigt. Das macht den Roman sehr aktuell, zeigt die große Sinnsuche, die historisch sowie gesellschaftlich gestützt wird und auf das 21. Jahrhundert durchaus übertragbar ist.</p>
<p><em>&gt;&gt; Der völlige Atheismus ist ehrenwerter als die weltliche Gleichgültigkeit …&lt;&lt;</em></p>
<p>Persönlich hat mich dieser Roman nicht so ganz versöhnt. Ich würde weiterhin behaupten, dass mich Tolstoi eher erreicht als Dostojewski, weil ich einfach diese klagende wehleidige Gefühlsduselei nicht besonders gut vertrage.</p>
<p>Krümel</p>
<p><strong>Kindle Edition</strong> (Kommentierte Gold Collection) 2011, Übersetzung: Hermann Röhl, Dateigröße: 1558 KB, ASIN: B005MLAM46</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://xn--krmel-lva.com/2012/04/26/damonen-von-fjodor-dostojewski/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>

