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Archiv der Kategorie LS-Ticker

Lesezeichen BR-alpha 15.07.

Zu Gast: Felicitas Mayall mit ihrem Buch “Hundszeiten” Ein Krimi, der nicht nur Spaß macht, sondern auch Seitenhiebe versetzt; worin Themen wie Klima, Rechts und Putin behandelt werden, oft übertrieben oder ins Ironische verfällt, und dabei spielt die Gewalt ein zentrales Motiv. “Hört sich doch nicht schlecht an.”

Ein sehr schöner Bildband wurde vorgestellt vom Fotografen Joakim Eskildson über Romas (die Fremden, die Mysteriösen, die Armen, die Dreckigen, die Exoten –> ja eben Menschen, die die Kunstfertigkeit besitzen, sich unsichtbar zu machen.)

Und dann wurde der Schwindel von Strittmatter aufgedeckt, da war ich schon sehr erstaunt :shock: Ein Autor, welcher mit seiner Roman-Trilogie berühmt wurde. “Der Laden” ist sogar im Buch der 1000 Bücher aufgenommen: Das Meisterwerk des großen Epikers, das über drei Jahrzehnte deutsche Kriegs- und Nachkriegsgeschichte bündelt … Genau dieser Autor war im Polizeibataillon 323, d. h. bei der SS, und nicht wie in seiner Biographie behauptet wird bei der Wehrmacht. Diese Ordnungspolizisten waren Männer für das Grobe, d. h. sie erschossen Juden auf der Straße.

Natürlich wurde auch wieder Kafka gefeiert, wie sollte es anders sein :D

Lesezeichen BR-alpha 8.07.

Es gab Indianer in der DDR, das hatte ich noch nicht gehört. Alles SED-Mitglieder, die das sozialistische System in der Ideologie dieser Naturmenschen suchten. Frei von Eigentum und Besitz, eine romantische Verklärung, in der kleinste Perlchen in Stundenarbeit aufgenäht wurden.”Sozialistische Cowboys/Der wilde Westen Ostdeutschlands” von Friedrich von Borries und Jens-Uwe Fischer, erschienen im Suhrkamp Verlag

Die Klimakatastrophe. Es wird immer heißer auf der Erde, die Gletscher schmelzen dahin. Schon 2 Grad über der Normaltemperatur. Überschwemmungen hier und Dürren dort. In vielen Regionen wird es zukünftig kein Wasser mehr geben, und das wird zu Konflikten führen, evtl. Kriege auslösen. “Der Autor beschreibt die gegenwärtige ökologisch-politische Weltlage, plädiert für ein neues Denken und zeigt, was jetzt getan werden muss, um Menschheitskatastrophen abzuwenden.”
“Klimakriege/Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird” von Harald Welze, Sozialpsychologe, erschienen im Fischer Verlag

Marcel Beyer im Gespräch über seinen Roman “Kaltenburg”. Warum gerade Dohlen? Weil sie lebendig und intelligent sind. Weil diese Vögel vom Rand aus beobachten, da sie scheu sind, aber aufgrund dessen den Blick auf die Mitte richten können.
Überhaupt Tiere sind unpolitisch und frei von Ideologien. Sein Buchtipp: “Das steinerne Brautbett” von Harry Mulisch. Ein Roman über das bombardierte Dresden, seiner heutigen Wahlheimat.

Zum Schluss noch ein Buch über den Maler Georg Grosz.
“Alfred Flechtheim Georg Grosz: Zwei deutsche Schicksale” von Ralph Jentsch

Lesen ZDF

Zu Beginn stellte Elke Heidenreich zwei Sommerbücher vor. Einmal “Du fehlst” von Joyce Carol Oates ein guter Schmöker, und “Moralische Unordnung” von Margaret Atwood, ein Episoden-Roman, der sich erst zum Schluss zusammenfügt. (Das würde ich ganz gerne lesen.)

Danach wurde der 125. Geburtstag von Kafka gerühmt. Pünktlich zu diesem Termin hat Klaus Wagenbach, die letzte Witwe Kafkas, seinen neuen Bildband “Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben” herausgebracht. Vor Jahren habe ich die erste Ausgabe gelesen, die mir gut gefallen hat, jetzt sind neue Bilder aufgenommen!
Der Roman “Das Schloss” wurde noch hervorgehoben, welches jetzt mein Mann lesen wird :D

Dann kam der Gast: Götz Alsmann!
Ein Kaukasus-Fan, der die Antiquariate nach Lesestoff absucht. Sein Steckenpferd: Essad Bey!
Das Buch welches er empfiehl: “Der Orientalist.Auf den Spuren von Essad Bey” von Tom Reiss.
Er bekam von Elke “Das Buch vom Klavier” von Andreas Beurmann geschenkt.
Gemeinsam haben sie Turgenev gelobt, und die neuere Manesse Ausgabe mit hervorragender Übersetzung wurde präsentiert: “Aufzeichnungen eines Jägers“!

Licht im August” von William Faulkner wurde nur kurz erwähnt (auch das würde ich gerne lesen), dann kam man zu “In 180 Tagen um die Welt” von Matthias Politycki, welches sehr witzig und die Gepflogenheiten an Bord sehr gut wiedergibt.

Meinung: Die ersten 10 Minuten waren noch entspannt, Heidenreich präsentierte die Unterhaltungsromane, als Alsmann erschien wurde es schon unruhiger, sie fuhr ihn ins Wort oder wenn er sprach, schaute sie teilnahmslos in eine andere Richtung. Der Schluss der Sendung war wie immer hektisch und ungenießbar! Mein Lesestoff der Sendung:

 

Literatur im Foyer (27.06.)

Nach dieser Sendung geht das Foyer in Sommerpause!

1. Thea Dorn empfing als ersten Gast Bernhard Schlink. Vor ein paar Wochen hatte ich Schlink bei Lesezeichen gesehen, er wirkte dort kühl und reserviert, ein wenig unsympathisch. Jetzt bei Dorn war er wie ausgewechselt, er lächelte, wirkte ganz locker und schäkerte sogar mit der Moderatorin, klasse! :D
Allgemein beantworte er Fragen wie “Warum er sich mit so großen Stoffen auseinandersetzt “Schuldfrage”, “Heimkehr” und “RAF”? Weil das die Stoffe meiner Generation sind!
Er ist Jurist, wie blickt er denn auf diese Stoffe, also mit welchem Auge? Mit beiden, und beide bilden Brücken, die sich ergänzen und den Kontext ergeben, wenn man aus beiden Blickwinkel betrachtet.
Ob er ein 68 er wäre? Eher nicht. Er wäre auf ein paar Demos gewesen und ein Willi Brandt Befürworter.

Zum Buch “Das Wochenende” zwei Äußerungen, die stark hängen blieben: Der Typus Terrorist, der die Unsauberkeit der Welt nicht aushält (der Revoluzzer? wie bei Tellkamp im “Eisvogel“?)
Die Ratlosigkeit der Linken, verbunden mit einer hohen Gewaltbereitschaft.

Bestenliste Juni:

Hiromi Kawakami - Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß
Willa Cather - Meine Antonia
Sherko Fatah - Das dunkle Schiff
Cormac McCarthy - Kein Land für alte Männer
Peter Stamm - Wir fliegen

2. Zu Gast Andreas Kossert mit dem Buch “Kalte Heimat
Es geht um Vertriebene, die trotz deutscher Abstammung als Polacken und Zigeuner beschimpft wurden und diskriminiert.

Bestenliste Juni:

Friederike Mayröcker - Paloma
Katharina Faber - Fremde Signale
Franz Dobler - aufräumen
Wolfgang Hilbig - Gedichte
Karen Dove - Taxi

3. “Weit fort” von Cornelia Schleime
Dieses Buch hört sich zwar sehr interessant an, aber mir fielen die Augen zu und bin ins Bett gegangen ;-)

Lesezeichen BR-alpha

Ihr habt nichts verpasst ;-)

Vier Bücher wurden vorgestellt, und keins landete auf meinem Wunschzettel, obwohl sich eins schon sehr interessant anhörte.

1. “Die Kunst der Beleidigung” von Hans Gerd Raeth (Meiner Meinung nach, ein Buch, welches die Welt nicht braucht.)

2. bruno.jpgDas Buch hörte sich vielversprechend an. Auf der Suche nach diesem Bär, eine Suche nach sich selber. Eine Novelle, die Hemingway und auch Stifter in sich vereint. (Da ich aber beide Vorbilder noch nicht gelesen habe, und dadurch Türen verschlossen bleiben, werde ich mir dieses Werk nur vormerken.)

3. “Verschwindene Landschaften” von Nadine Barth. Ein Fotographienband.

4. spiele.jpgBei diesem Buch ging mir der Kommentator gewaltig auf die Nerven. Was hat Aussehen (Sophie Dahl) mit Intellekt zu tun, oder gar blond? Nur weil die Autorin mal Modell gewesen ist, ist sie direkt dumm? Schon alleine der Gedanke war mir zu Boulevard mäßig, und nicht mein Ding. Und so schlecht hört sich dieses Buch nicht an.

Neue Kategorie!

Literatursendungen - Ticker
kurz: LS-Ticker

Meist schaue ich mir diese Sendungen an, wenn meine lesenden Freunde längst im Bettchen liegen. Und oft werden die Wiederholungen verpasst, oder die Video-Aufnahme verschlafen.
Jetzt stelle ich mich dieser Aufgabe und gebe Wichtiges, Interessantes und Augenscheinliches kurz und knapp hier wieder :D

Freitagabend, Literatur im Foyer, 0 Uhr, Martin Lüdke lud zum Proust-Abend ein:
(Wiederholung am Sonntag, 22. Juni 2008, um 10.15 Uhr in 3sat)

Die Literaturkenner waren sich einig “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” muss man gelesen haben!

Gelobt wurde die Neuüberarbeitung der alten Übersetzung von Eva Rechel-Mertens durch Luzius Keller (anwesend in der Runde). Die alte Übersetzung von Frau Rechel-Mertens sei großartig gewesen, habe aber einen Schönheitsfehler gehabt: sie hat das Französische 1:1 ins Deutsche übernommen, und dadurch eine französische Deutsche Ausgabe kreiert, d. h. der Satzbau war französisch. Keller hat es sich zur Aufgabe gemacht, und nun den deutschen Satzbau eingebaut, so dass sich das Werk jetzt flüssiger lesen lässt. Die neue Übersetzung kann man beispielsweise direkt am ersten Band erkennen, der nun „Unterwegs zu Swann“ heißt, und nicht mehr „In Swanns Welt“.

Ein wiederholtes Lesen würde nie “alte Bekannte” antreffen, der Leser kein vorgefertigtest Bild finden, sondern bei jedem Lesen wäre alles neu und anders. Das soll das Werk auszeichnen.

Gelobt wurde auch die neue Biographie über Proust von Jean-Yves Tadié, die demnächst erscheinen wird (November 2008), mit neuen Erkenntnissen aufwartet, und statt spekulativ soll man Proust nun rein sachlich kennen lernen können.

Ich werde mich dieser Aufgabe gewiss irgendwann mal stellen ;-) und mich an dieses Mammutwerk von 7 Bänden heranwagen.