- Bücher-Tipps (71)
- Biographie (22)
- Christine (44)
- Daniel (9)
- Deutsche Gegenwartsliteratur (71)
- Erzählung/en (35)
- Gedicht (1)
- Heike (32)
- Highlights (9)
- History/Fantasy (30)
- Jan (34)
- Kalender (5)
- Kerstin (18)
- Klassiker (53)
- Krümel (216)
- Krimi/Thriller (13)
- Kurzportrait (5)
- Lesung (3)
- Literaturthemen (78)
- LS-Ticker (16)
- Monika (5)
- Patrick (29)
- Rebecca (33)
- Roman (202)
- Sachbuch (19)
- Satire (3)
- Sigrid (7)
- Stefanie (1)
- Ursula (1)
- Uwe (1)
- Valerija (3)
- Werke (3)
- 9.9.2010: "Eine exklusive Liebe" von Johanna Adorján
- 7.9.2010: "Das Wetter vor 15 Jahren" von Wolf Haas
- 5.9.2010: Neuerscheinungen im Oktober
- 4.9.2010: Neuerscheinungen im Oktober
- 2.9.2010: „Verlorene Illusionen“ von Honoré de Balzac
- 31.8.2010: "Frau Sartoris" von Elke Schmitter
- 29.8.2010: Neuerscheinungen im September
- 28.8.2010: Neuerscheinungen im September
- 26.8.2010: "Die Gauklerin von Kaltenberg" von Julia Freidank
- 24.8.2010: "Tirza" von Arnon Grünberg
aktuelle Lektüre
Literatur-Links
Meine Seiten
- September 2010
- August 2010
- Juli 2010
- Juni 2010
- Mai 2010
- April 2010
- März 2010
- Februar 2010
- Januar 2010
- Dezember 2009
- November 2009
- Oktober 2009
- September 2009
- August 2009
- Juli 2009
- Juni 2009
- Mai 2009
- April 2009
- März 2009
- Februar 2009
- Januar 2009
- Dezember 2008
- November 2008
- Oktober 2008
- September 2008
- August 2008
- Juli 2008
- Juni 2008
- Mai 2008
- April 2008
- März 2008
- Februar 2008
- Januar 2008
- Dezember 2007
- November 2007
- Oktober 2007
- September 2007
- August 2007
- Juli 2007
- Juni 2007
- Mai 2007
- April 2007
- März 2007
- Februar 2007
- Januar 2007
- Dezember 2006
- November 2006
“Ein schöner Ort zu sterben” von Malla Nunn
Anfang der 1950 er in Südafrika: der kapholländische Police Captain Pretorius wird erschossen aufgefunden.
An den Ermittlungen sind bald nicht mehr nur Detective Sergeant Emmanuel Cooper beteiligt, sondern auch die Security Branch, die eher nach Kommunisten sucht, wie an der ernsthaften Ermittlung des Täters interessiert ist.
Was sich anhört und liest wie ein Krimi ist unterm Strich kein Krimi, sondern eher ein südafrikanisches Sittenbild.
Daher ist Nunns Roman auch weniger spannend als vielmehr interessant.
Auf den ersten 50 Seiten und den letzten ca. 150 Seiten geht es um den Mord und dessen Aufklärung; hier werden auch alle Fortschritte gemacht, die den Mord betreffen.
Die Ermittlungen sind zwar auch Thema der Seiten, die zwischen Anfang und Ende stehen, allerdings beschreibt Nunn auf diesen die Situation Südafrikas: wie streng zwischen schwarzen, farbigen und weißen unterschieden wird, wie es ihnen verboten ist miteinander zu verkehren, wie der Weiße immer noch denkt, er sei dem Schwarzen überlegen.
Hier hält der Mord an Captain Pretorius lediglich die Handlung zusammen und gibt ihr einen roten Faden. Der Mord ist somit eher eine Rahmenhandlung, die das Herzstück – die Analyse Südafrikas – umfasst. Das würde auch erklären, wieso die Handlung, die den Mord betrifft, erst wieder auf den letzten Seiten Schwung bekommt und davor eher auf der Stelle tritt.
Die Auflösung des Mordes wiederum ist überraschend, aber dennoch logisch und fügt sich somit wunderbar in die Geschichte ein. Die Auflösung konnte mich zusätzlich positiv überraschen, da bis zum Schluss keine Beweise oder Hinweise auftauchten, die den Täter verraten konnten. Für mich war dies daher sehr angenehm, da ich oft die Erfahrung gemacht habe, dass man bei Krimis – wenn man genau hin schaut – oft sehr schnell weiß, wer der Täter ist.
Die Charaktere sind der Autorin wunderbar gelungen: jeder Charakter übernimmt eine bestimmte Aufgabe im Roman und in der dargestellten Gesellschaft. Dabei droht aber keine Figur zu überzeichnet, unglaubwürdig oder klischeehaft zu wirken. Jede einzelne ist glaubwürdig.
Geärgert haben mich indessen leider häufige Rechtschreibfehler, die sich allerdings fast ausschließlich auf die Groß- und Kleinschreibung beschränken. Auffällig ist dabei, dass sie vor allem gebündelt auftreten und bis zu den nächsten dann wieder etliche Seiten dazwischen liegen.
Viele Bücher die in Südafrika spielen und die ich bis jetzt gelesen habe, konnte mir oft nur ein „nett“ entlocken, da die Handlungen oftmals so alltäglich war, dass Südafrika nicht zum tragen kam.
In Malla Nunns Debut Ein schöner Ort zu sterben ist aber genau das Gegenteil der Fall: Afrika lebt! Und mit dem Land seine Bewohner.
Malla Nunn hat es geschafft mir in ihrem Roman das Land näher zubringen und ich hoffe, dass auch ihr nächster Roman in Afrika spielen wird!
Rebecca
Rütten & Loening Verlag 2009, Übersetzung: Armin Gontermann, Hardcover 19,95 €, 407 Seiten, ISBN: 978-3352007712



