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Archive für März 2009
“PAN” von Knut Hamsun
29.3.2009 von Krümel.
„ …, oft kann eine kleine Freude sich an einem Regentag eines Menschen bemächtigen und ihn mit seinem Glück abseits treiben … „ (Seite 8 )
Der Leutnant Glahn lebt zurückgezogen in einer kleinen Jagdhütte ganz abseits in der Natur zusammen mit seinem Hund. Er erlegt Wild, ernährt sich von seiner spartanischen Beute und durchstreift die Wälder, bis eines Tages Edvarda, die Tochter eines reichen Kaufmanns, an seiner Hütte vorbei kommt.
Eine fatale Begegnung, denn Glahn verliebt sich auf der Stelle in dieses sehr eigene Mädchen. Edvarda lässt keine Chance verstreichen um den Jäger zu demütigen und zu verletzen, wiewohl sie gleichzeitig immer wieder sein Feuer entflammt.
Aus seiner Verzweiflung heraus beginnt der Leutnant eine Beziehung zu Sarah, eine verheiratete Frau, die sich ihrerseits unsterblich in Glahn verliebt. Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf.
„Wie ein Jüngling hatte er sein Mädchen geliebt. Er nannte sie oft Gottes Segen und seine Taube; ihr Schoß war heiß und wogend. Er sagte: Gib mir dein Herz! Und sie tat es. Er sagte: Darf ich dich um etwas bitten, Geliebte? Und sie antwortete berauscht: Ja. Sie gab ihm alles, und er dankte es ihr doch nicht.
Die andere liebte er wie ein Sklave, wie ein Verrückter und wie ein Bettler. Warum? Frag den Staub auf dem Weg und das Laub, das fällt, frag des Lebens rätselvollen Gott; denn kein anderer weiß solches. Sie gab ihm nichts, nein nichts gab sie ihm, und er dankte ihr doch. Sie sagte: Gib mir deinen Frieden und deinen Verstand! Und er trauerte nur darüber, daß sie nicht um sein Leben bat.“ (Seite 137)
Eindrucksvoll beschreibt Hamsun über die Macht der Liebe, die man wie seinen eigenen Schatten nicht abschütteln kann, obwohl der Verstand die unerfüllte Liebe erkennt.
Ganz subjektiv bin ich hier wieder über ein Thema gestolpert, welches mich innerlich nicht so ergreift wie es vielleicht sollte. Ich kann diese Aussichtslosigkeit, und diese für mich übertriebene Machtlosigkeit nicht recht nachvollziehen, und deshalb bleibe ich bei einer solchen Handlung immer etwas ratlos zurück.
Knut Hamsun (1859 - 1952) schlug sich nach einer ärmlichen und lieblosen Kindheit als Verkäufer, Bauarbeiter und Laienprediger durch. Erst 1890 gelang ihm der literaische Durchbruch mit seinemRoman “Hunger”, dem in rascher Folge die weiteren Romane folgten. 1920 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Heidi Hof
Langen Müller Verlag München, 2003, Original von 1895, Übersetzung: J. Sandmeier und S. Angermann, Hardcover €, 173 Seiten, ISBN: 3-7844-2909-2
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“Eine Frau zu sehen” von Annemarie Schwarzenbach
27.3.2009 von Krümel.
Eine aufschlussreiche Lektüre!
Lange nach dem Tod von Annemarie Schwarzenbach († 1942) wurde nun dieses unveröffentlichte Manuskript von ihr herausgegeben. Es enthält für die damalige Zeit (um 1930) ein brisantes Thema, denn die Autorin beschreibt ihre erste große Liebe. Allerdings nicht zu einem Mann, sondern zu einer Frau. Mir war nach der Lektüre von Klaus Manns „Wendepunkt“ bewusst, dass Frau Schwarzenbach lesbisch war, aber es wurde ihr wohl vorgehalten, dass sie nicht zu ihrer Homosexualität stand. Denn im Gegensatz zu ihr haben Virginia Woolf in „Orlando“ und Radclyffe Hall mit „The Well of Loneliness“ dies offenbart. Und dieses Buch ist nun die Offenlegung dieses Tatbestands.
Sehr gefühlvoll und mit einer wunderbaren Sprache erzählt uns die Autorin über ihre erste Begegnung mit einer Frau. Mir hat es ausgezeichnet gut gefallen.
Heidi Hof
Kein & Aber Verlag Zürich, 2008, Hardcover €, 79 Seiten, ISBN: 978-3-0369-5523-0
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“Jacques, der Fatalist und sein Herr” von Denis Diderot
24.3.2009 von Patrick.
Wie sie sich gefunden hatten? Durch Zufall, wie man sich so findet. Wie sie hießen? Was geht Sie das an? Wo sie herkamen? Vom nächstliegenden Ort. Wo ihr Weg hinführte? Weiß man je, wohin ein Weg einen führt? Was sie sagten? Der Herr hatte nichts zu sagen; Jacques aber sagte, sein Hauptmann hätte gesagt, alles Gute, alles Böse, was uns hier unten begegnet, stehe da oben geschrieben.
Der Titel zeigt bereits die geltende Hierarchie zwischen den beiden Figuren. Jacques, Diener seines Herrn traut sich, verfügt über seinen Herrn durch seine Überlegenheit, Schlagfertigkeit und der Entschuldigung, dass er sich richten müsse nach dem, was „dort oben“ geschrieben stehe. Sein Herr steht dem ziemlich machtlos gegenüber, und ehrlich gesagt – es stört ihn auch nicht sonderlich. Er erfreut sich an der unterhaltsamen Erzählkunst seines Dieners. „Jacques, und deine Liebesgeschichte?“ fragt er, schaut auf seine Uhr, nimmt eine Prise Schnupftabak und lauscht. Kaum begonnen, unterbricht er diesen durch einen Kommentar oder eine Frage, woraufhin sich philosophische Gespräche entwickeln. Andere Geschichten werden eingeschoben, andere abgebrochen oder sie werden unterwegs durch Gegebenheiten aufgehalten. Nicht selten nutzt der Autor die Gelegenheit, das Gespräch zu unterbrechen um einige Worte an den Leser zu richten um diesem verständlich zu machen, dass er als Autor die Macht besitze, seine beiden Figuren in eine Katastrophe zu verwickeln, er habe die Fähigkeit, seinen Figuren dem Erdboden gleich zu machen. Allerdings fühlt er sich geradezu verpflichtet, bei der Wahrheit zu bleiben, da er nicht die Absicht habe einen Roman zu schreiben, jene von ihm verhassten fiktiven Ergüsse.
Der „freie Wille“ spielt die Hauptrolle in diesem Schauspiel. Jacques ist seinem Meister durch diese Eigenschaft überlegen, treibt wozu ihn die Lust packt, findet Gesprächspartner und Sympathien wo er geht und steht. Sein Herr ist ohne Jacques verloren, sitzt da mit seiner Tabakdose in der Hand und starrt Löcher in die Luft – trotz materiellen Reichtum und den daraus resultierenden Möglichkeiten eines aufregenden Lebensstils verschenkt er großzügig seinen „freien Willen“. Ja, sogar der Autor nutzt diese Option nicht, weil er sich ja an der Wahrheit gebunden fühlt.
Die Aussage, alles geschehe, weil es dort geschrieben steht, glänzt quasi durch Ironie. Jacques, der diese Floskel gerne übernimmt, wenn ihm Gefahr droht oder er seinem Herrn nicht gehorcht, gleicht einem Seitenhieb an der Religion. „Wenn ich vom Dach stürze, so, weil es dort geschrieben steht. Ich hätte dem gar nicht widersetzen können.“ Solche oder ähnliche Sätze findet man oftmals.
Nun, worum handeln diese Geschichten, die den Mund des Dieners verlassen? Es wären zu viele, um alle Gedanken zu wiederholen. Manche erzählen von Rache, manche von Lust und Sex, von Religion, … Der Autor lässt uns auf humorvolle Weise daran teilhaben, jedoch nicht ohne einen eigenen Kommentar abzuliefern. Er belehrt den Leser, erzieht ihn regelrecht um einige Vorurteile abzubauen, Hoffnungslosigkeit zu überwinden, der Religion zu misstrauen, … Er benutzt das Wort „f***en“ und nennt den Leser daraufhin „Schafskopf“, weil er bereits verschämt zur Seite schaut und sich bereits gedanklich auf dem Weg zum Beichtstuhl macht. „Die erste Sünde ist die am Taufstein“ und „ich weiß nicht, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, weil ich mir darüber keine Gedanken mache“ sind recht fortschrittliche Aussagen. Die besten und unterhaltsamsten Anekdoten (immerhin sind sie die reine Wahrheit) sind die schlüpfrigen und anzüglichen. Köstliche Unterhaltung und instruktive Kritik perfekt vereint.
Und was ist aus Jacques Liebesgeschichte geworden? Tja, er wird sie bestimmt zur Vollendung bringen, falls es denn „dort oben“ geschrieben steht.
Diogenes-Verlag, 2009, broschiert 10,90€, 400 Seiten, ISBN: 978-3257239478
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“Der Eremit von Peking” von Hugh Trevor-Roper
22.3.2009 von Krümel.
Wirklich sagenhaft!
Hugh Trevor-Roper erzählt uns in diesem Buch von Edmund Backhouse, einem Baronet aus England und Sinologen, der in Peking zum Eremit mutierte.
Backhouse wurde 1873 als ungeliebter Sohn einer Quäkerfamilie geboren. Als Teenager schickte man ihn auf ein geistliches Internat, wo die Prügelstrafe an der Tagesordnung war. 1886 erhielt er ein Stipendium für das Winchester College und studierte Altphilologie. Privat beschäftigte er sich mit orientalischen Sprachen. Trotz seiner hervorragenden Leistungen schloss er sein Studium nicht ab.
In den darauf folgenden Jahren lebte er weit über seine finanziellen Mittel hinaus und machte überall Schulden. 1895 kam dann die fatale Wende für ihn, denn er wurde für bankrott erklärt. 1898 landete er nach einer langen Odyssee in Peking.
Dort angekommen entwickelte sich Backhouse blitzschnell zu einem genialen Übersetzer der chinesischen Schriftzeichen. Er schloss Bekanntschaft mit Morrison, dem Chefredakteur (China) der „Times“ und war ihm bei seiner Korrespondenz und Artikeln sehr behilflich.
Wenig später lernte er auch Bland kennen, ebenfalls ein Redakteur der „Times“, mit dem er sein erstes Buch herausbrachte: „China unter der Kaiserin Witwe“, dieses Werk beruht auf einem Tagebuch eines Kammer-Eunuchen und wurde zum Weltbestseller.
Backhouse sammelte in China über Jahrzehnte wertvolle Manuskripte, Büchersammlungen und Tagebücher, die er zeitlebens der Bodleian Bibliothek der Universität in Oxford spendete. Diese Sammlung bestand später aus über 30.000 seltenen Exemplaren und ist ein Vermögen wert.
Aber Backhouse war nicht nur der hervorragende Übersetzer und Sinologe, er war immer auch ein raffinierter Betrüger, der nie mit offenen Karten spielte, ständig mitten im Chaos stand, und immer in Geldnöte war.
Durch seine Erscheinung und Auftreten konnte er Menschen an sich fesseln, die er alle hinter ihren Rücken betrog. Er verkaufte seltene Schriftstücke, Perlen und Juwelen, die es nicht gab. Fadenscheinige Ausreden fand er immer, wenn es nicht zur Übergabe kam, er aber schon längst sein Geld einkassiert hatte.
Er war bei Hofe, Diplomaten, Botschaftern und Ministern angeblich überall bekannt, pflegte Freundschaften bis in die tiefsten Kreise, was ihn immer wieder zu guten Geschäften brachte (Kriegsschiffverkauf, Banknotenverkauf und Waffenhandel), aber letztendlich platzten alle Unternehmungen, denn es war der große Schwindel des Backhouse!
Selbst das Tagebuch des Eunuchen, in komplizierter Grasschrift verfasst, die angeblich kein Europäer je fälschen könnte, wurde von ihm gefälscht. Hugh Trevor-Roper hat dies in mühsamster Kleinarbeit in diesem Buch aufgedeckt. Als Beweis führt er die Memoiren des Backhouse an, ein Blendwerk eines Phantasten, welches über eine übersteigerte Illusionswelt die Wirklichkeit ausblendet.
Es ist sagenhaft diese Beweisführung zu lesen, es fasziniert, begeistert und verschlägt einem den Atem. Alles Betrug und Fälschung, obwohl es von namhaften Fachleuten mehrmals überprüft wurde!
In wie weit jetzt dieses Buch „Der Eremit von Peking“ an der Wahrheit dran ist, vermag ich nicht zu sagen. Aber das tut der Lektüre keinen Abbruch, sie liest sich wie ein spannender Kriminalroman und man erstaunt fortwährend.
Persönlich bin ich wegen „Hitlers letzte Tage“, die Trevor-Roper als echt anerkannt hatte, etwas mit Zweifel behaftet, aber es gibt zahlreiche Belege im Buch, die mir doch vor Augen halten, welch großer Phantast Backhouse war. Eine sagenhafte Lektüre!
Heidi Hof
Eichborn Verlag, Die Andere Bibliothek, 2009, OT 1976: A Hidden Life: The Enigma of Sir Edmund Backhouse, Übersetzung: Andrea Ott, Gebundene Ausgabe 32 €, 391 Seiten, ISBN: 978-3-8218-4590-6
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“Die Vogelwelt von Auschwitz” von Arno Surminski
19.3.2009 von Krümel.
Der Pole Marek Rogalski ist Insasse des KZ Auschwitz – unschuldig, wie er immer wieder betont. Er ist einem Malertrupp zugeteilt worden. Früher war er Kunststudent in Krakau, nun streicht er Baracken an. Hans Grote, Wachmann der SS in Auschwitz, ist mehr der Natur zugetan als dem Alltag in einem Konzentrationslager. Er stellt bei der Lagerleitung den Antrag, die Vogelwelt von Auschwitz erforschen zu dürfen. Das wird ihm genehmigt und Marek wird ihm als Assistent zur Seite gestellt und soll nun Vögel skizzieren und präparieren. Marek erkennt schnell, dass Grote einer der Deutschen ist, der die Pflicht erfüllt und Befehle ausführt, aber darüber das Nachdenken verweigert. Beide lernen sich bei der täglichen Arbeit näher kennen und wundern sich darüber, wie ähnlich sie einander eigentlich sind. Die Wünsche des Polen sind nicht viel anders als die des Deutschen. Beide wollen heim, Grote zu seiner Frau und den Kindern, Marek zu seiner Verlobten. Mehr als einmal spielt der Pole mit dem Gedanken, bei den Ausflügen in die Natur einfach nur die Weichsel zu durchschwimmen und nach Krakau zu Eva zu gehen. Die Sonderbehandlung Mareks bringt ihm zwar mehr Freiheiten, aber er bemerkt auch den Neid der anderen Insassen.
Als ich dieses Buch in meiner Buchhandlung liegen sah, irritierte mich zuerst der Titel. Provokant, das geht gar nicht, waren meine ersten Gedanken, irgendwie war ich peinlich berührt und empört. Ich war jedoch sehr überrascht, als ich diese Novelle las. Von Provokation oder gar „heiler Welt“ war nichts zu spüren. Einen Vogelkundler gab es unter den SS-Leuten in Auschwitz wirklich. Seine Studie, die den Titel „Beobachtungen über die Vogelwelt von Auschwitz“ trägt, wurde in einer wissenschaftlichen Wiener Zeitschrift veröffentlicht. Neben der überraschend friedlichen Tätigkeit des Vogelkundlers wird aber auch der grausame KZ-Alltag nicht ausgespart. Da wird der Leser mit fehlgeschlagenen Pharma-Versuchen, der Massenvernichtung und Hinrichtungen zur Abschreckung konfrontiert. Hervorragend entwickelte und charakterisierte Surminski die beiden Protagonisten Hans Grote und Marek Rogalski. Die Dialoge der beiden sind einzigartig. In der Naivität ihrer Gedanken übertrafen sie sich gegenseitig. Ich hegte für keinen besondere Sympathien, sondern konnte das Buch eher als neutraler Beobachter lesen. Es war flüssig und leicht zu lesen, war aber trotzdem keine leichte Kost. Besonders erschreckend waren Szenen, in denen für den Schutz der Vögel eingetreten wurde, wenig später aber das geplante massenhafte Töten von Insassen als absolut normal dargestellt wurde. Damit beschreibt der Autor meisterhaft, wie verabscheuungswürdig und perfide dieses System war. Arno Surminski war mir bisher als Autor nur dem Namen nach geläufig. Ich hatte noch keinen Roman von ihm gelesen. Diese Novelle hat mich aber voll überzeugt.
„Die Vogelwelt von Auschwitz“ ist ein leicht zu lesendes Buch mit einem sehr herben Nachgeschmack. Es macht ergriffen und auch fassungslos. Die schönen Naturbeschreibungen in Verbindung mit dem bestialischen Geschehen im KZ lassen sehr zwiespältige Gefühle aufkommen. Trotzdem kann ich jedem, der sich dieser Thematik gewachsen fühlt, dieses Buch empfehlen.
Über den Autor:
Arno Surminski 1934 in Jäglack (Ostpreußen) geboren, arbeitet seit 1972 freiberuflich als Wirtschaftsjournalist und Schriftsteller. Er hat neunzehn Romane und Erzählbände veröffentlicht, darunter die Bestseller “Jokehnen”, “Sommer vierundvierzig” und die Erzählbände “Aus dem Nest gefallen” und “Die masurischen Könige”. 2008 erhielt Arno Surminski den Hannelore-Greve-Literaturpreis.
Heike
Langen/Müller Verlag, 2008, Hardcover 17,90 €, 191 Seiten, ISBN: 978-3784431260
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“Roderers Eröffnung” von Guillermo Martínez
16.3.2009 von Krümel.
„Steckt kein Wille dahinter, kommt die Intelligenz nicht sehr weit“.
Mit dem Ich-Erzähler und seinem neuen, gleichaltrigen Mitschüler Roderer treffen zwei sehr unterschiedliche Typen aufeinander, die eines verbindet: überdurchschnittlich hohe Intelligenz. Während der Protagonist diese in seiner Schullaufbahn durch Strebertum und herausragende Noten für sich nutzen kann, ist Roderer ein Sonderling, planlos und lebensuntüchtig, der Schulangelegenheiten links liegen lässt, keinerlei Ehrgeiz zeigt und selbst blind für die ihn anhimmelnden Mädchen ist. Im Zuge eines Schachspiels lässt Roderer sein Gegenüber ganz klar erkennen, wo dessen Grenzen sind. Der Erzähler sieht sich zum ersten Mal mit einem ernstzunehmenden Gegner konfrontiert, dessen Überlegenheit an ihm nagt und ihn in den nächsten Jahren nicht zur Ruhe kommen lässt. Die Jahre ziehen ins Land, während der Ehrgeizige erfolgreich Mathematik studiert, lebt Roderer völlig zurückgezogen in seinem Zimmer, umgeben von Stapeln von philosphischen Büchern auf der Suche nach dem Wesen des absoluten Wissens.
Auf nur wenigen Seiten zeichnet Guillermo Martinez zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die nicht von einander lassen können und durch eine Art Hass-Liebe miteinander verbunden sind. Zum Einen der streberhafte Ich-Erzähler, der steil die Bildungsleiter emporklimmt, erfolgreich und ehrgeizig ist, zum Anderen Roderer, der an seiner Intelligenz scheitert und andere Menschen in seinem Umfeld mit sich zieht. Obwohl ich das Ende etwas einfallslos fand, kann ich dieses Büchlein jedem an psychologischen Charakterstudien interessierten Leser empfehlen.
Guillermo Martínez, geb. 1962 in Bahia Blanca, Argentinien, schrieb diesen Roman, der nun auf Deutsch erschien, bereits 1992. Im Jahr 2003 wurde der Schriftsteller durch seinen Roman „Die Pythagoras-Morde“ auch hierzulande bekannt. Martinez studierte Mathematik in England und lebt seit 1985 in Buenos Aires.
Christine
Eichborn Verlag Frankfurt am Main 2009, Übersetzung: Angelica Ammar, Hardcover 14,95, 120 Seiten, ISBN: 978-3-8218-5787-0
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“Bildnis einer Dame” von Henry James
13.3.2009 von Krümel.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht Isabel Archer. Eine junge Amerikanerin, die ihre Eltern verloren hat und von ihrer Tante mit nach Europa genommen wird um die alte Welt kennen zu lernen.
Der Leser begegnet Isabel in England auf einem Landgut, eine idyllische Landschaft umgeben vom alten englischen Geschlecht. Ihr Onkel liegt im Sterben und Isabel kümmert sich rührend um ihn. Sie lernt ihren Vetter Ralph kennen, einen Lord und später Madame Merle.
Und ehe die Handlung richtig beginnt steht Isabel in einer Sonderstellung. Sie wird von allen Figuren umworben und beobachtet, es wird ihr eine hohe Intelligenz zugesprochen, einen ausgeprägten Willen zur Freiheit, und es wird allgemein angenommen, dass sie einen besonderen Weg einschlagen wird.
Nach dem Tod ihres Onkels erbt Isabel ein beträchtliches Vermögen. Ihr Sonderstatus kann nun in jeder Beziehung voll zur Geltung kommen, denn nun ist die junge Dame finanziell unabhängig.
Freier und Verehrer
Isabel wird umgarnt von Verehrern.
Zunächst ist da ihr Vetter, ein unheilbar erkrankter Philosoph, der keine lange Lebenserwartung mehr hat. Sein Geist ist frei von Konventionen, denn seine Krankheit (Lungen TB) erlaubt ihm ein freies Leben. Er verliebt sich direkt in seine Cousine und ihre Außergewöhnlichkeit. Aus pflichtbewussten Gründen entzieht oder verbietet er es sich aber eine Liaison mit ihr einzugehen.
Den ersten Heiratsantrag erhält Isabel von Lord Warburton. Einen sehr reichen englischen Adeligen, einen Liberalen oder Revoluzzer. Sein Gemüt ist sehr edel, er ist ein glänzender Erzähler, liebenswürdig und er steht zwischen neuen Ansichten und alten Traditionen.
Aus Amerika reist ein erfolgreicher Geschäftsmann der Protagonistin hinterher. Mr. Goodwood ist ein sehr männlich ausgeprägter Charakter, stark, unbeirrt, reich und konsequent. Auch er macht Isabel einen Heiratsantrag, und wird von ihr an der langen Leine gehalten, da sie zunächst die Welt und ihre Menschen studieren möchte.
Zum Schluss taucht dann noch Mr. Osmond auf, ein verkappter Maler ohne Erfolg und Geld, aber von Isabel sehr angetan. Dieser gewährt ihr zunächst ihre Freiheit, sein gesetzteres Alter weist Geduld auf, da er vom Lebenshunger in jungen Jahren weiß. Isabel ist von dieser Handlung, welche sie der Großzügigkeit unterstellt, beeindruckt.
Weibliche Verkettungen
Hier möchte ich zunächst Madame Merle vorstellen, obwohl Isabels Tante vorher erwähnt werden müsse.
Madame Merle umgarnt die junge Frau von Beginn an. Der Leser rätselt lange, wieso diese Figur so viel Zeit und Mühe aufbringt, da sie doch direkt erkennt, dass sich hinter Isabels hoher Intelligenz mehr Naivität und Idealismus verbirgt als weise Erfahrung. Dass ihr Wille sehr wankelmütig ist, eben der Jugend entspricht, in der man sich noch finden muss. Dass sie von Idealen träumt und die Wirklichkeit von ihr eher verschwommen wahrgenommen wird. Sie spielt mit Isabel, aber das Spiel entschlüsselt sich dem Leser sehr langsam.
Ihre Freundin aus der neuen Welt, Henrietta Stackpole, begleitet unsere Protagonisten über große Strecken. Sie versucht ständig die amerikanische Heimat in Isabel zu verwurzeln, und empfiehlt ihr Mr. Goodwood. Doch lange Zeit bleibt uns ihr wahrer Charakter verborgen.
Mrs. Touchett, Isabels Tante, ist eine „verbitterte“ alte Dame. Sie ist schroff, pflegt kaum soziale Kontakte, sagt immer genau das was sie denkt, ohne auf Konsequenzen Rücksicht zu nehmen. Auch diese Frau nimmt sich Isabels an, und möchte ihr Europa zeigen. Ihr größter Vorteil ist es, dass sie sich niemals in die Angelegenheiten ihrer Nichte einmischt, und nur still beobachtet.
Und gegen diese ganzen Reigen um sie herum, soll Isabel nun ihren Weg finden. Der Roman ist eine Entwicklungsstudie, man könnte auch sagen, eine psychologische Fallstudie. Dies steht von Anfang an fest, denn immer liegt die Frage im Raum: Wie verhält sich Isabel?
Der Spannungsbogen, oder der Aufbau des Werks zum Höhepunkt, bis die einzelnen Beweggründe aufgedeckt worden sind, fand ich sehr plätschernd, Henry James hat einen sehr langen Atem. Ich musste mich teilweise überwinden zum Weiterlesen, denn immer wieder, wenn man als Leser den Eindruck hatte, jetzt löst sich etwas auf, kamen im nächsten Kapitel neue Figuren oder andere Einsichten; das Netz zog immer größere Kreise, holte immer weiter aus, so dass oft das Gefühl der Verschwommenheit, das Unklare entstand. Man war es nach über 400 Seiten fast leid, dass man sich immer noch auf der Stelle bewegte, und keinen Schritt vorwärts kam.
Aber der Schluss belohnt dann dieses frustrierende Gefühl, am Ende wird der Leser erhört, und es gibt so manche Überraschungen.
Heidi Hof
Buchclub 65, Aufbau Verlag Berlin, 1984, OT: The Portrait of a Lady, Übersetzung: Lore Krüger mit einem Nachwort von: Joachim Krehayn, Hardcover vergriffen, 646 Seiten, Bestell-Nr. 613 038 8
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„Die Marquise von O …” von Heinrich von Kleist
10.3.2009 von Krümel.
„Die Marquise von O …“ wird im Krieg von feindlichen Russen vergewaltigt und erwartet danach ein Kind. Da sie aber den Hergang nicht mitbekam, da sie in Ohnmacht fiel, konnte sie mit ihrer Schwangerschaft nichts anfangen. Sie wird von ihrer Familie verstoßen, die diese Unzucht nicht duldet, denn von der Tat weiß natürlich keiner. Und so entschließt sich die Marquise eine Annonce in einer Zeitung aufzugeben: „ …, daß sie ohne ihr Wissen, in andere Umstände gekommen sei, daß der Vater zu dem Kinde, das sie gebären würde, sich melden solle, …“
Diese Erzählung ist auf der höchsten Spannungsebene geschrieben, es gibt keine Verschnaufpause, und liest sich dadurch sehr gehetzt. Immer sind die Figuren am Äußersten, stehen unter Druck, immer auf höchster emotionaler Erregung, in Pein und Notlage.
Die Handlung ist für die damalige Zeit außergewöhnlich brisant, und ich rechne es Kleist sehr hoch an, dass er sich als männlicher Autor damit befasste. (Erst letztes Jahr wurde dieses heikle Thema Vergewaltigung im Krieg ganz aktuell angesprochen, welches immer noch ein großes Tabu ist.)
Auch die Geschichte „Das Erdbeben in Chili“ ist eine sehr zu empfehlende Erzählung, sehr eindrucksvoll wird da der Mensch bis in seine tiefsten Abgründe geschildert.
Heidi Hof
Anaconda Verlag, Köln 2005, Hardcover 2,95 €, 94 Seiten, ISBN: 3-938484-50-0
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“Mein Name sei Gantenbein” von Max Frisch
6.3.2009 von Patrick.
Ein letztes Mal kehrt er in jene Wohnung zurück, hockt auf der Lehne eines Sessels, die Fensterläden sind geschlossen, der Teppich bereits zusammen gerollt und im Kühlschrank modert der Schinken vor sich hin. Vor kurzem wurde hier noch gelebt, er mit seiner Frau. Nun sitzt er dort mit Mantel und Mütze und fragt sich, wie es zu dieser Trennung kommen konnte.
„Ein Mann hat eine Erfahrung gemacht, jetzt sucht er die Geschichte dazu – man kann nicht leben mit einer Erfahrung, die ohne Geschichte bleibt, scheint es, und manchmal stellte ich mir vor, ein anderer habe genau die Geschichte meiner Erfahrung …“
Er macht sich also auf die Suche nach einer Geschichte, erfindet neue Persönlichkeiten mit neuen Biografien. Fiktive Figuren in einer fiktiven Welt, doch geplagt von gleichen Erfahrungsmustern wie der Erfinder. Dadurch, dass er die erdachten Figuren ausführen lässt, kann er seine eigene Position festigen, eine objektivere Sicht seines Handelns und Denkens aufrichten.
Einer seiner Helden nennt sich Gantenbein und ist idealerweise blind, denn auch er muss damals unter Blindheit gelitten haben damit er die beunruhigenden Vorzeichen übersehen konnte. Die Erblindung seiner „Schöpfung“ allerdings ist nur vorgetäuscht, vielleicht um die ahnungslosen Personen um ihn herum besser beobachten zu können, die sich von ihm unbeobachtet fühlen. Vielleicht ist es eine Möglichkeit, durch das bewusste Blindsein gerade deshalb umso gewissenhafter hinzuschauen.
„Er redete von ihr wie von einem wirklichen Menschen, und ich scheine der Einzige zu sein, der sie nicht sieht.“
Nein, natürlich ist die Eifersucht der eigentliche Antrieb, in diese Rolle zu schlüpfen. Und der scheinbar Blinde sieht, was er längst weiß und was sich endlich bestätigen lässt. Aber tut es das wirklich? Denn sind die gefundenen Briefe tatsächlich von einem unbekannten Verehrer und nicht doch von ihm selbst verfasst worden, ist der junge Mann am Flughafen, der gerade seiner Frau mit dem Gepäck behilflich ist wirklich ein Nebenbuhler oder einfach nur ein hilfsbereiter Mensch? Von Eifersucht begleitet glaubt er, seine Frau sei die Schuldige an der Trennung. Durch die Sicht eines Außenstehenden jedoch kristallisiert sich eine Mitschuld heraus.
„Eifersucht […] ist die Kluft zwischen der Welt und dem Wahn.“
Svoboda und Enderlin, weitere ausgedachte Figuren, die sich aber durch ihre Bemühungen der (Re-)Konstruktion einer Geschichte als ungeeignet erweisen. Für Svoboda ist bereits Realität, was sich für Gantenbein noch als mögliches Szenario abzeichnen könnte. Er ist die hoffnungsloseste Gestalt der Erfinder-Phantasie, denn eine Trennung ist unvermeidbar geworden, seine Ablösung als Ehemann steht bereits auf der Türschwelle. Im Gegensatz zu Gantenbein will er nicht sehen, nicht hören, was seine Frau ihm mitzuteilen hat.
„Inzwischen ist es Donnerstag geworden, ja, aber noch immer fällt kein Vorhang; das Leben, das tatsächliche, gestattet ja nicht, dass man es überspringt, nicht um ein Jahr und nicht um einen Monat und nicht um eine Woche, auch wenn man ungefähr weiß, was folgen wird…“
Enderlin ist der zögernde Liebhaber, im Zweifel gefangen, fürchtet Wiederholungen und vermeidet daher eine zweite Liebesnacht mit dieser Frau, die sich doch nicht sonderlich von der ersten unterscheiden wird. Sein Alltag ist ein einziges Déjà-vu, die Angst vor dem Altern macht aus ihm einen unschlüssigen Menschen. Nachdem ihm versehentlich ein früher Tod in Erwartung gestellt wird, bricht Angst oder doch eine versteckte Sehnsucht auf ein rasches Ende hervor? Auch seine Figur wird als untauglich verworfen, weil sie ins Nichts endet.
„Fassaden von gestern, Plätze von gestern, unverändert, die gleichen Straßen und Kreuzungen wie gestern, die monströse Reklame einer Fluggesellschaft, die ihm gestern schon aufgefallen war. Alles unverändert: nur ist es nicht gestern, sondern heute. Warum ist es immer heute?“
Mit Gantenbein scheint er auf der richtigen Fährte, obwohl der Leser nicht wirklich eine Ahnung von dem hat, was der eigentliche Erfinder über eine Sache denkt. Jedes Wort steht einzig in Beziehung zum künstlich Erdachten. Eine Ahnung bleibt, er könne Ähnliches erlebt und gedacht haben, weil alle drei Gestalten äußere Gemeinsamkeiten aufweisen. Aber die Gewissheit fehlt, auch bei ihm selbst. Übrig bleibt eine gesichtslose Leiche – ohne Geschichte.
„Ich bin blind. Ich weiß es nicht immer, aber manchmal. Dann wieder zweifle ich, ob die Geschichten, die ich mir vorstellen kann, nicht doch mein Leben sind. Ich glaub’s nicht. Ich kann nicht glauben, dass das, was ich sehe, schon der Lauf der Welt ist.“
Max Frisch entwirft, skizziert eine Lebensgeschichte mittels dreier fiktionaler Figuren. Dabei werden keine Berge verschoben, sondern ganz unschuldig die einfachen, alltäglichen Situationen einer Beziehung offen gelegt. Zeit und Ort verschwimmen, Wahrheit und Fiktion zerfließen, Identität und Relation variieren, Begebenheiten werden durch neue ausgetauscht, diverse Möglichkeiten zu Ende gedacht, mit der Illusion, Entscheidungen rückgängig machen zu können. Lebensweisheit und Wahrheit lässt Frisch einfließen, weltklug, tiefschürfend und ehrlich, episodenhaft geschrieben, noch dazu in einer packenden Sprache zu endlos kraftvollen Sätzen geformt. Ein Meisterwerk!
Süddeutsche Zeitung, 2004, Sonderausgabe vergriffen, 314 Seiten, ISBN: 978-3937793313
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“Vater, Vater lichterloh” von Alan Bennett
4.3.2009 von Krümel.
Der Tod ist das Hauptthema der zwei Erzählungen in diesem schmalen Band. Nach so manchen schmunzelnden Momenten, die mir Cosi fan tutte bescheren konnte, freute ich mich auf weitere heitere Momente beim Lesen.
Zum Lachen war mir jedoch fast kein einziges Mal zumute…
Kennt ihr die Situation: Ihr sitzt mit einer Gruppe von mehr oder weniger Bekannten zusammen und einer von denen erzählt einen Witz nach dem anderen und ist auch der einzige der sich totlacht, während die anderen die Augen verdrehen und vergeblich auf ein Aufhören warten…
Nun, mir erging es so mit der ersten Geschichte:
Eine Messe für einen, dem Leser unbekannten Verstorbenen, wird vom Pater Jolliffe gehalten. Langsam kristallisiert sich heraus, dass der Tote der Geliebte von fast sämtlichen Trauergästen, inklusive Pater Jolliffe war. Es werden peinliche Reden geschmissen, die Angst der Untreue überführt zu werden geht um, darauf folgende Erleichterung, wenn doch so manches verschwiegen wird, worauf wieder unterdrückte Panik ausbricht bei der Nachricht, der Verstorbene könnte an Aids gestorben sein. Eigentlich hätten zwei Seiten genügt um eine schwarzhumorige Geschichte zu erzählen. Doch hier quält Bennett nur seine Leser, so wie sich die Gäste und der Pater quälen…
Die zweite Geschichte beginnt versprechender:
Midgley, Lehrer, mit einem Drachen verheiratet bekommt die Nachricht, dass sein Vater im Sterben liegt. Von schlechtem Gewissen geplagt, möchte er jede noch verbleibende Minute mit seinem Vater an dessen Sterbebett verbringen. Hier begegnet er nicht nur den nahen Verwandten, sondern auch einer attraktiven Krankenschwester…
Was eine die Heuchelei entlarvende Geschichte anmuten lässt, entwickelt sich zu einer peinlichen Aufzählung gähnend langweiliger Klischees; voraussehbar, witzlos, schwerfällig.
Die souveräne Leserin subbt noch, vielleicht werde ich diese Erzählung irgendwann mal lesen, zurzeit kann ich auf Benetts Humor sehr gut verzichten…
Valerija
Wagenbach Verlag, 2002, Hardcover vergriffen, ISBN: 978-3803131683
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