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Archiv der Kategorie Highlights

Der diesjährige Krümelpreis …

… geht an:

    Siegfried Lenz

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Wir haben im Jahr 2008
drei Bücher von ihm gelesen:

Deutschstunde
Schweigeminute
Es waren Habichte in der Luft

 

Aus diesem Grund war er der meist gelesene Autor von uns!

 

Herzlichen Glückwunsch!

Der Buchkrümel …

… ist ab sofort auch für Gäste eröffnet. Der Rezensionsteil ist frei :D

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Lesehighlights 1. Halbjahr 2008

Hier sind die Tipps von a. Rebecca und b. Heidi Hof:

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a. Christoph Ransmayr – Die letzte Welt

Die letzte Welt ist ein Buch über Künstler und ihre Kunst mit einer Moral: Den Künstler kann man zerstören, seine Kunst bleibt dennoch.
Ransmayr erzählt seine Parabel mit der Hilfe von Ovids Metamorphosen und paart seine Erzählung mit einem traumhaft, poetischen Erzählstil. Ein Buch, dass mich verwirrt und erstaunt hat zugleich.
Eine echte Überraschung!

b. Uwe Tellkamp - Der Eisvogel

Ein Roman der mich bis zum heutigen Tag wütend und nachdenklich stimmt, das hat bisher kaum ein Buch geschafft. Und ich finde die Vieldeutigkeit grandios, unterschiedlich in der Auslegung, und die Meinungen können kaum größer sein. Hervorragend!

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a. Hermann Hesse – Der Steppenwolf

Skeptisch bin ich an dieses Buch herangegangen und durfte mich im Nachinein ärgern, dass ich das Buch nicht schon viel eher gelesen habe!
Zwar konnte ich mit dem für mich skurrilen und surrealen Schluss nicht viel anfangen, aber der Schreibstil ist einfach ein Genuss; Hesse hat sich jedes seiner Wörter sehr genau überlegt und paart seine Wortkunst mit existenziellen Fragen des Menschseins.

b. Robert Schneider - Schlafes Bruder

Ein beeindruckendes Werk; von der Idee, vom Erzählstil und von der Sprache her, bis ins Kleinste abgestimmt, klasse gemacht. Ein Buch, welches man nicht nur einmal liest.

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a. Wolfram Fleischhauer – Die Purpurlinie

Die Purpurlinie ist Fleischhauers Debutroman und mein dritter Roman des Autors gewesen. Er erzählt in diesem die Geschichte eines der bekanntesten Bilder der Kunstgeschichte von dem man bis heute nicht weiß, wen es letzen Endes wirklich zeigt und von wem es gemalt wurde.
Es ist ein Roman, der historische Fakten mit ein wenig Fiktion mischt und zum Rätseln einlädt.
Obwohl Die Frau mit den Regenhänden bis jetzt mein Lieblinsbuch von Fleischhauer ist, bin ich auch hier wieder von der erzählerischen Leistung begeistert gewesen!

b. Rüdiger Safranski - Romantik/Eine deutsche Affäre

Ein Buch über Literatur, über eine Literaturepoche, die sich bis in die heutige Zeit hinzieht, und immer noch Verwendung findet. UND das für Laien geschrieben, ohne hochtrabende Fachwörter, wodurch ein Buch oft unlesbar wird, und dazu noch unterhaltsam. Besser geht es nicht!

Nein, wir hatten uns vorher nicht abgesprochen ;-) Aber es sind alles deutschsprachiger Autoren gewählt worden, und das freut mich sehr :D Die Zukunft kann man also getrost in unseren Reihen suchen!

Lesehighlights 1. Halbjahr 2007 von Christine

1. Anna Enquist - Letzte Reise

Wie geht es der Frau an der Seite eines der berühmtesten Seefahrer und Entdecker im ausghehenden 18. Jahrhundert?
Anna Enquist schildert mit ihrem Roman “Letzte Reise” diese Frage bezüglich Elizabeth Cook sehr einfühlsam, informativ und anschaulich. Die Sorgen und Ängste, die Hoffnungen und Träume und die unendliche Einsamkeit dieser Frau lassen den Leser mitfiebern, mittrauern und mitfühlen. Ein wunderbares Porträt einer sehr starken Frau, das auch Raum für die Schwächen und Fehler lässt.

2. Wolfram Fleischhauer - Die Frau mit den Regenhänden

Diesmal entführt uns Fleischhauer auf seine unnachahmliche Art in das Paris des Jahres 1867, das sich ganz im Glanz der Weltausstellung zeigt. Doch hinter dieser glänzenden Oberfläche gibt es bittere Armut, Greueltaten, und tückische Krankheiten, die anhand des Schicksals der alleinerziehenden Mutter Marie auf sehr eindringliche Weise veranschaulicht werden.
Parallel dazu – und in die Geschichte von damals verwoben - erfährt der Leser von den rätselhaften Umständen rund um Gaetane, Studentin in Paris 1992, die die Tragödie der Kindsmutter Marie akribisch recherchiert und in ihre eigene persönliche Tragödie – eine Tragödie des 20. Jh. - einflicht.
Und es wäre kein richtiger Fleischhauer, gäbe es nicht ein überraschendes, atemberaubendes Finale, und es wäre auch kein richtiger Fleischhauer, würde man nicht mit detaillierten, wahrheitsgetreuen, faszinierenden und unfassbaren Informationen und Kuriositäten einerseits über die Zeit Napoleons III., andererseits auch über das 20. Jh. versorgt werden.

3. Dimitré Dinev - Engelszungen

Dieses Buch führte mich in ein Land, das bisher ein weißer Fleck auf meiner literarischen Landkarte war: Bulgarien.
Anhand der beiden Protagonisten, die einander bis kurz vor Schluss die begegnen, deren Schicksale aber eng verknüpft sind, erfährt man - mit viel Humor - von der Geschichte und den Problemen dieses so fremden Landes, die Thematik der Emigration wird ebenso angesprochen wie die Gesellschaftsstrukur und die politischen Maßstäbe.
Bewundernswert der Stil, der dieses Buch über 600 Seiten in keinem Absatz langweilig werden lässt.

Christine

Lesehighlights 1. Halbjahr 2007 von Heike

1. Drachenläufer – Khaled Hosseini
„Drachenläufer“ ist die Geschichte des Jungen Amir, der in Afghanistan aufwächst und später gemeinsam mit seinem Vater in die USA auswandert. Es wird von einer Freundschaft und einer großen Schuld, die Amir auf sich geladen hat, erzählt und gleichzeitig lernt der Leser die Lebensumstände der afghanischen Bevölkerung sowohl zu Friedenszeiten als auch unter sowjetischer Besatzung und der Herrschaft der Taliban kennen. Es ist ein fantastischer, zutiefst menschlicher Roman, der mich tief berührte, besonders weil der Stil von Khaled Hosseini so einfühlsam und lebendig ist.

2. Die Lichtfänger – Elmar Bereuter
Dieser Roman führte mich in Zeit der Hexenverfolgung. Es ist die Zeit des Peter Binsfeld, Cornelius Loos, Johannes Weyer, Dietrich Flade, Friedrich Spee von Langenfeld und Herrmann Löher. Schriften wie „Der Hexenhammer“ von Heinrich Institoris legitimierten die Hexenverfolgung. Die Wirkung dieses Werkes wird in dem Buch auf beeindruckende Weise geschildert.
„Die Lichtfänger“ ist ein ungewöhnlich realitätsnaher und akribisch recherchierter historischer Roman, der Wissensvermittlung und Lesespaß in sich vereinte, der mich traurig gemacht hat und mich schmunzeln ließ.

3. Christiane und Goethe. Eine Recherche - Sigrid Damm
Anhand von Zeitdokumenten, die auch auszugsweise in diese Biografie einflossen, schuf Sigrid Damm ein Portrait vom Dichterfürsten Goethe und seiner langjährigen Geliebten und späteren Ehefrau Christiane Vulpius. Durch dieses Buch wurde meine Sicht auf die beiden von Grund auf geändert. Gleichzeitig ist mit dieser Recherche ein Zeitbild von Weimar geschaffen worden, das seinesgleichen sucht. Selten habe ich eine Biographie gelesen, die so spannend und zugleich so informativ geschrieben war, dass mich das Buch auch in den Gedanken nicht los ließ.

Heike

Lesehighlights 1. Halbjahr 2007

Platz 1:

“Das Märchen vom letzten Gedanken” von Edgar Hilsenrath

Es ist grandios geschrieben, noch nie habe ich vorher so schwere Kost in dieser Weise gelesen. Und es hätte einem auch erschlagen, wenn Hilsenrath es unmittelbar beschrieben hätte. So ist es nur ein Märchen, ein Traum, eine Vermutung, eine Geschichte vom Märchenerzähler, vom Meddah. Unglaublich tief und nah. Eine absolute Empfehlung!

Platz 2:

“Herrin des Hügels/Das Leben der Cosima Wagner” von Oliver Hilmes

Für diese Biographie sollte man sich viel Zeit nehmen, da sie eben so gut recherchiert ist, und damit ein Zeitbild darstellt. Sie liest sich flüssig, obwohl Hilmes so viele Zitate einspeist. Ohne Umschweife kann ich diese Biographie zu einer der besten zählen, die ich je gelesen habe. Bravo!

Platz 3:

“Der Mann, der Inseln liebte” von D.H. Lawrence

Von mir bekommt diese Geschichte die höchste Bewertung, weil sie ein Beispiel dafür ist, wie viel man mit wenigen Worten erzählen kann. Eine uneingeschränkte Leseempfehlung!

Autor des Jahres 2006

john-irving.jpg John Irving

Wie konnte das geschehen?, ist mir doch schon viele Jahre ein Autor durch die Lappen gegangen, und nun bin ich heil froh Irving für mich entdeckt zu haben!
Da ich eine Liebhaberin der schönen und gepflegten Sprache bin; ein flüssiger Lesefluss ist für mich oft wichtiger als eine spannende Handlung; komme ich mit Irving voll auf meine Kosten. Das zweite ganz große Plus sind seine Wälzer, denn wenn ein Buch so richtig lesenswert ist, man sich hineingefressen hat, dann ist die Länge das beste Geschenk für den Leser.

In 2006 habe ich zwei Bücher von Irving gelesen, und die ganz große Begeisterung trat bei „Garp und wie er die Welt sah“ auf. Die Spritzigkeit, Ironie, und die außergewöhnlichen Figuren haben mich fast erschlagen im positiven Sinne. Diese Begeisterung kann ich leider nur noch selten bei Büchern entwickeln, und es war für mich ein richtiger Genuss ein solches Werk zu lesen.
Im Rückblick hat mich allerdings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ tiefer bewegt. Diese intensive Beschäftigung mit dem Thema Abtreibung, oder die freie Entscheidung über sein Leben bestimmen zu können, klingen bei mir immer noch nach.

Im Jahr 2007 birgt mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) noch einige Irvings, besondere Leckerbissen für das neue Jahr …daumen.gif

Heidi Hof

Buch-Highlight 2006

Das Highlight: Zeruya Shalev - Späte Familie

Die Archäologin Ella, eine moderne selbstbewusste Frau, Mutter eines 6-jährigen Sohnes beschließt, der bereits länger kriselnden Ehe ein Ende zu setzen und verlässt kurz entschlossen ihren Mann.
Doch was sie als große Freiheit ersonnen hat, entpuppt sich als große Lebenskrise voller Schuldgefühle, Gewissensbisse, Zukunftsängste und Depressionen. Als sich eine neue Beziehung anbahnt, wird sie mit allen Problemen einer “Patchworkfamilie” konfrontiert und mit der Gewissheit, dass zuerst die Vergangenheit bewältigt werden muss, ehe man einen Neuanfang startet. Diese Gefühle werden mit beeindruckender Sprachgewalt und Intensität geschildert, der Leser wird unmittelbar in die Geschichte hineingezogen, fühlt, leidet und hofft mit Ella!
(Frauen-)Literatur vom Feinsten!spate-familie.jpg

2. Platz: Arno Geiger - Es geht uns gut

Das Thema dieses Buches ist der Umgang mit der Vergangenheit und mit Erinnerungen.
Philip, Student im 21. Jahrhundert, ohne Ziel und ohne Perspektive, erbt das Haus seiner Großeltern und wird mit der Vergangenheit seiner Familie konfrontiert.
Nach und nach erfährt der Leser aus unterschiedlichen Perspektiven und anhand von Situationsschilderungen die Geschichte dieser österreichischen Familie von den 30-er Jahren bis heute.
Vieles bleibt offen und doch ist am Ende alles gesagt. Geiger verzichtet auf genaue Details; Mutmaßungen und Spekulationen bleiben großteils dem Leser überlassen.es-geht-uns-gut.jpg

Platz 3: Imre Kertész - Roman eines Schicksallosen

Platz 3: Harry Mulisch - Das Attentat

Aus der Sicht eines 15-jährigen mitsamt der Naivität, des unermesslichen Optimismus und absolutem Urvertrauen, das ihn letztendlich am Leben erhält, werden die Zustände im Konzentrationslager auf fast “unbeschwerte” Weise beschrieben.
Für den Jungen ist die lange Zugfahrt nach Auschwitz der Anfang eines großen Abenteuers. Er versucht für alles und für jeden eine rationale Erklärung zu finden, rechtfertigt sämtliche Vorkommnisse und redet sich ein, dies alles sei “normal”. Und gerade die Tatsache, dass man als Leser sozusagen einen “Vorsprung” hat, genau weiß, was mit ihm passiert und wohin dies alles führt, macht das Buch so unfassbar.

Holland, Jänner 1945. Anton Steenqijks Familie fällt einem Willkür-Akt der deutschen Besatzung zum Opfer. Der 10-jährige Junge muss mit ansehen, wie seine Familie ausgelöscht wird.
In insgesamt 5 „Episoden“ im Zeitraum von 1945 bis 1981 wird nun das Leben von Anton erzählt.
Es ist die Frage nach der Schuld, die sich wie ein roter Faden durch das 200-Seiten-Buch zieht. Aufrüttelnd, nüchtern, ohne anzuklagen, ohne erhobenen Zeigefinger oder Besserwisserei hinterlässt das Buch das Bewusstsein, dass man sehr vorsichtig sein soll mit Pauschalverurteilungen und Schuldzuweisungen!

Christine

Buch-Highlight 2006

Dieses Jahr fiel mir die Entscheidung nicht ganz leicht, denn zum Schluss blieben zwei Bücher zur Auswahl übrig.

Und Nietzsche weinte - Irvin D. Yalom

Das Glasperlenspiel – Hermann Hesse

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Sicherlich ist es kein Wunder, dass der bekannteste Psychoanalytiker Amerikas psychologisch so tiefe und klare Figuren gezeichnet hat, und dennoch, das hat mich an diesem Roman am meisten beeindruckt.

- Anders als beschrieben, kann es einfach nicht gewesen sein -, und das Meiste in diesem Roman beruht ja auch auf Fakten, nur eine winzige Kleinigkeit ist fiktiv erdacht, dass sich nämlich Dr. Breuer und Nietzsche nie begegnet sind.

Kann man das glauben?, nach 463 Seiten ist der Leser voll in Yaloms Bann, und muss dann erfahren: Diese Bekanntschaft gab es nicht …

Ein ganz wunderbares Buch, schillernde Figuren und tiefe Charakteren, vermischt zu einer faszinierenden Geschichte.

Dieses Buch ist so reich an Gedanken, es beschreibt eine Welt so ganz außerhalb unseres westlichen Denkens, und taucht in die tiefe Lehre der östlichen Meditation hinein.

Hesse hat in diesem Meisterwerk eine für viele Leser völlig fremde Welt geschaffen, die Welt der Vergeistigung fern ab von allem körperlichen Gebrechen und Gelüsten, eben sein Glasperlenspiel.

Und dennoch zieht es dem Protagonisten hinaus in die körperliche Welt, Körper und Geist ergeben nun einmal eine Einheit, die Balance aus beiden zu ziehen, das ist die immer währende Mission, die den Sinn des Lebens spiegelt.

Ein ganz außergewöhnliches Buch, welches einem ein Leben lang begleiten kann.

Mein Highlight des Jahres 2006 ist selbstverständlich „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse, denn es wird mich künftig durch mein Leben begleiten wie „Der Zauberberg“ von Thomas Mann. Ich denke, das sind beides Bücher, die einem immer wieder neue Denkaspekte liefern, und in jedem Lebensabschnitt anders auf den Leser wirken.

Heidi Hof

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