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Archiv der Kategorie Kurzportrait
Gigi ist verstorben
6.3.2008 von Krümel.
Der Autor Luigi Brogna, der zwei sehr unterhaltsame Romane
und
geschrieben hat, ist >> am vergangenen Freitag unerwartet im Alter von 46 Jahren während einer Recherchereise auf Sizilien gestorben.
Luigi Brogna wurde 1961 in Messina geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre in Sizilien, bevor seine Eltern als Gastarbeiter nach Schwaben zogen. Zuletzt lebte er mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart. Er hinterlässt eine Frau und zwei Töchter. << (Zitat: Buchmarkt)
Ich persönlich kannte ihn nur als Gigi in der Literatina, und er ist mir stets sehr sympathisch und humorvoll aufgefallen. Eine Krümel-Einladung hatte ich immer im Auge. Diese Nachricht traf mich heute wie ein Schlag.
Mein herzlichstes Beileid geht nun an die Angehörigen und Freunde von Gigi, mögen sie die Kraft haben diese schlimme Zeit zu überstehen, meine Gedanken sind bei Ihnen.
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90. Geburtstag …
21.12.2007 von Krümel.
… des Heinrich Böll.
Er wurde heute vor 90 zig Jahren in Köln geboren und verstarb am 16. Juli 1985 in Kreuzau-Langenbroich. Böll war Schriftsteller und zugleich auch Übersetzer. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Im Jahr 1972 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.
Geschrieben in Kurzportrait | 3 Kommentare »
Marcel Magis in Hamburg
15.8.2007 von Krümel.
Unser Jan war vor Ort!
Über den Autor:
Marcel Magis wurde 1965 in St. Gallen (Schweiz) geboren, um später von seinen Eltern über die Grenze nach München geschmuggelt zu werden.
Nach einiger Zeit der rechtlichen Nichtexistenz konnte doch noch ein Standesbeamter zur Anmeldung bewegt werden. Nach München folgten Hannover, die Byteburg in Bad Breisig am Rhein, sehr kurz Paris, um in einer sehr seltsamen Bar einen Pinguin zu finden, und endlich Berlin.
Marcel Magis lebt inzwischen vom Schreiben. Unter anderem erscheint unter dem Namen „Marc Maus“ eine monatliche Kolumne mit kleinen verrückten Liebesgeschichten in einer Computerzeitschrift.
Jan berichtet:
Kein aufwendiges Equipment, keine irre Lightshow, keine ausflippende Teenies und Jungreise – das alles gab es am gestrigen Abend nicht. Und seien wir ehrlich, gepasst hätte es auch nicht.
Marcel Magis zu Gast in Hamburg.
Das war Literatur zum Anfassen, Literatur zum Zurücklehnen, Literatur zum Genießen und Literatur zum „um sich daran zu erfreuen“.
Das Literaturcafé Mathilde in Hamburg begrüßt den Eintretenden freundlich durch ein liebevoll zusammengesuchtes Mobiliar, bequeme Sitzmöbel wechseln sich mit unbequemen Holzstühlen ab. Und man findet in diesem Café auch die von vielen so geschätzte „literarische Enge“, und wenn drinnen gelesen wird, dann muss man halt schon mal sehr dicht zusammenrücken.
Glücklicherweise aber war dieser Abend angenehm mild und so konnte Marcel auf der etwa 30 cm hohen Holzterrasse (wirkte wie eine kleine Bühne) uns etwas vorlesen. Wunderbar der „Bühnenaufbau“. Vor dem Lesesessel ein kleiner Beistelltisch, eigentlich zu klein, um darauf wirklich etwas lagern zu können. Das notwendige Leselicht spendete eine Wohnzimmerstehlampe aus den Fünfzigern (?), die flugs aus dem Gastraum auf die Bühne gestellt worden war.
Nach meiner Zählung hatten sich 47 Zuhörer eingefunden. Die saßen auf einem kleinen Areal (auch von einigen Garten genannt) vor der Bühne und schauten erwartungsvoll auf den Autor.
Im ersten Teil seiner Lesung las Marcel Magis aus „Mein Leben mit Mitsu“, einer Geschichte von Liebe, Sehnsucht und Nudelsuppe. Kaum waren die ersten Sätze gelesen, fand man sich in einer anderen Welt wieder. Die Sätze begannen irgendwie „zu leben“, sie wurden zu Bildern. Lesen ist halt nicht gleich lesen!
Dieses hat Marcel Magis eindrucksvoll unterstrichen.
Er schaffte es, eine ganz besondere Atmosphäre herzustellen. Offenbar hat er dieses Buch zu seiner Lesestimme geschrieben. Vielleicht sollte man manche Bücher nicht allein lesen, sondern sie sich vorlesen lassen.
Marcel liest mit einem ganz leichten Augenzwinkern das auch von kleinen Traurigkeiten nicht wegzuwischen ist, dazu kommt eine Stimme, von der man sich wirklich gern durch das Buch führen lässt. Das er zudem ein unheimlich sympathischer Kerl ist, versteht sich fast von allein.
Dann kleine Pause, Gelegenheit sich mit dem fürchterlichen ASTRA einzudecken und sich auf den zweiten Teil der Lesung zu freuen.
Und hier erlebte man fast so etwas wie einen „anderen“ Marcel Magis. Er war nach wie vor unheimlich sympathisch, das ist jetzt auch nicht das Ding.
Nun begann er nämlich uns aus seinen Kolumnen vorzulesen.
Junge, Junge hat dieser Mensch Humor!
Aus dem Schmunzeln wurde so manches Mal ein lautes Lachen. Welche Fülle an lustigen und tragikkomischen Einfällen. Kein Slapstick aber wirklich wunderbare Situationskomik. So zu schreiben kann man wahrscheinlich auch gar nicht lernen – entweder man kann es oder man kann es nicht.
Und dazu dieser wirklich verschmitzte Gesichtsausdruck des Vorlesers. Da passte wirklich alles.
Übrigens, erst nach drei Zugaben dürfte Marcel Magis (in eingeweihten Kreisen auch als Nudelsuppe bekannt) seinen Lesesessel verlassen.
Es war ein anregender und erregender Abend. Es war eine Lesung die wohl keine Wünsche offen ließ, allenfalls vielleicht den, dass man noch bestimmt viel mehr hätten hören wollen. Rund 1.787.998 Hamburgerinnen und Hamburger werden sich in den Hintern beißen, weil sie diese Lesung verpasst haben – allerdings, wäre auch sie gekommen, hätte es vielleicht ein kleines Platz- und Stuhlproblem gegeben.
Natürlich nimmt man aus einem solchen Abend auch etwas mit. Ich habe für mich mitgenommen:
Wenn Marcel Magis irgendwo liest, dann sollte man alles stehen und liegen lassen, auch weite Wege nicht scheuen um ihm zuzuhören. Es lohnt sich! Meine Hand drauf!
Herzlichen Dank lieber Marcel für einen wirklich wunderbaren Abend!
Jan
Geschrieben in Lesung, Kurzportrait, Jan | 1 Kommentar »
Ein großer Roman wurde vor 50 Jahren geschrieben …
17.6.2007 von Krümel.

Italo Calvino
Dieser Literat wurde 1923 auf Kuba geboren, und ist einer der bedeutendsten italienischen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Er studierte Literaturwissenschaft, und promovierte über das Thema Joseph Conrad.
Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, und wurden in alle Weltsprachen übersetzt. Calvino konnte man nicht in ein Genre ablegen, seine Vielseitigkeit ermöglichte keine Zuordnung.
Vor fünfzig Jahren schrieb er den Roman „Der Baron auf den Bäumen“, womit er seinen Baustein des Ruhmes gelegt hat.
1985 verstarb der Autor in Siena.
Zu seinen bekanntesten Werken zählen:
- Wo Spinnen ihre Nester bauen (1947 - “Il sentiero dei nidi di ragno”)
- Der geteilte Visconte (1952 - “Il visconte dimezzato”)
- Italienische Märchen (1956 - “Fiabe Italiane”)
- Der Baron auf den Bäumen (1957 - “Il barone rampante”)
- I racconti (1958)
- Der Ritter den es nicht gab (1959 - “Il cavaliere inesistente”)
- La giornata di uno scrutatore (1963)
- Marcovaldo oder Die Jahreszeiten in der Stadt (1963 - “Marcovaldo ovvero le stagioni in città”)
- Das Gedächtnis der Welten, Cosmicomics (1965 - “Le cosmicomiche”)
- Ti con zero (1968)
- Die unsichtbaren Städte (1972 - “Le città invisibili”)
- Das Schloss, darin sich Schicksale kreuzen (1973 - “Il castello dei destini incrociati”)
- Wenn ein Reisender in einer Winternacht (1979 - “Se una notte d’inverno un viaggiatore”)
- Herr Palomar (1983 - “Palomar”)
- Eremit in Paris (1994 - “Eremita a Parigi”)
(www.wikipedia.de)
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Am 11. Juni geboren:
10.6.2007 von Krümel.
Wissarion Grigorjewitsch Belinski
Geboren wurde dieser Philosoph am 11. Juni 1811 in Sveaborg (Russland). Sein kurzes Leben nutzte er als scharfer Kritiker an der russischen Staatsform, als Gegner der Leibeigenschaft und religiöser Weltanschauung. Er forderte eine Umgestaltung Russlands und eine humanistische Bildung des Volkes. Seine Artikel erschienen in den Zeitschriften “Vaterländische Blätter” und “Der Zeitgenosse”, damit schuf er eine revolutionäre Literaturkritik.
Im Jahr 1842 unterstützte er Gogol mit seinem Werk „Die toten Seelen“, der aufgrund der Zensur verboten war. Und durch eine positive Buchrezension Belinskis wurde Dostojewskij bekannt. 1848 verstarb der Philosoph an Tuberkulose.
Werke die man von ihm in deutscher Sprache erhalten kann:
Hamlet. Deutung und Darstellung
Ausgewählte philosophische Schriften, übersetzt von Alfred Kurella
Eine kurze Biographie:
Wissarion Grigorjewitsch Belinski, Der große revolutionäre Demokrat. Philosoph und Kritiker, Berlin 1948, 123 Seiten
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