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„Descartes´ Irrtum“ von Antonio R. Damasio
Dieses Buch ist für den Laien wunderbar verständlich geschrieben!
>>Aus dem Klappentext:
Antonio R Damasio stellt den Dualismus in Frage, der bis heute das westliche Denken beherrscht: Geist versus Körper, Verstand versus Gefühl, Biologie versus Kultur. Durch sein Buch erkenenn wir – möglicherweise zum erstenmal – die enge Verbindung zwischen unserem neutralen Gewebe und den Höhen und Tiefen menschlichen Erfahrens und Erlebens. (Howard Gardner)<<
Im ersten Teil zeigt uns Damasio anhand von Fallbeispielen wie unser Gehirn überhaupt arbeitet, und wie unser Gehirn vernetzt ist. Der mittlere Teil ist dann ein sehr theoretischer Ausflug, da stellt der Autor seine Hypothesen vor, die er wiederum mit vielen Beispielen aus der Praxis belegt. Und zum Schluss wird dann der Titel „Descartes´ Irrtum“ abgehandelt.
>>Die Unterscheidung zwischen Erkrankungen des Gehirns und des Geistes, zwischen neurologischen Leiden und psychischen bzw. psychiatrischen Problemen ist ein unglückliches kulturelles Erbe, das tief in der Gesellschaft und Medizin verwurzelt ist. Sie offenbart eine fundamentale Unkenntnis der Beziehung zwischen Gehirn und Geist.<<
Wie arbeitet unser Gehirn? Was Neuronen tun, hängt von ihrer Nachbarschaft ab (Neuronenkomplexe). Was Systeme/Komplexe tun, hängt davon ab wie sich Komplexe gegenseitig beeinflussen. Und wie diese Beeinflussung aussieht, hängt vom Ort ab. Alles ist miteinander verwoben und vernetzt!
>>… daß Vorstellungsbilder vermutlich den Hauptinhalt unserer Gedanken ausmachen, unabhängig davon …, ob sie einen konkreten Gegenstand gelten, einen Prozeß mit dem Gegenstand, oder ob sie mit Wörtern/Symbolen zu tun haben.<<
Evolution:
- der älteste Entscheidungsapparat für fundamentale biologische Regulation
– propft einen Apparat für persönliche und soziale Bereiche auf
— propft abstrakt - symbolische Operationen auf –> künstlerisches, wissenschaftliches Denken. Nichts geht ohne das andere!
>>Für uns gab es also zuerst das Sein und erst später das Denken. Und auch heute noch beginnen wir, wenn wir auf die Welt kommen und uns entwicklen, zunächst mit dem Sein und fangen erst später mit dem Denken an.<<
Es gibt keine Trennung zwischen Körper und Denken/Vernunft. Ohne einen Körper, gäbe es diese höheren Gedanken nicht! Das hat Damasio in langen Untersuchungsreihen herausgefunden, und alles spricht auch für diese Hypothese - aber letztendlich gibt es dafür noch keine belegbaren Beweise, weil das Warum leider noch fehlt. Das Warum - warum fühlen wir überhaupt, es sind nicht nur die Neurotransmitter die uns fühlen lassen, es gibt da noch mehr. Ich nenne es jetzt mal die Psyche, die aber nur körperlich zustande kommt, durch Erfahrungen und Vorstellungsbilder, sprich Erinnerungen, aber sich geistig ausdrückt. Sie entspringt quasi aus dem Körper!
Antonio R. Damasio ist Professor der Neurologie und leitet die Neurologische Abteilung der University of Iowa College of Medicine. Seine Forschungen zur Neuropsychologie von Sehen, Gedächtnis und Sprache und seine Forschungsergebnisse haben ihn zu einer international anerkannten Autorität gemacht. Er ist Träger des Beaumont-Preises und zusammen mit seiner Frau, der Neurologin Dr. Hanna Damasio, des Pessoa-Preises.
Krümel
List Verlag 1994, OT: Descartes´ Error, Reason and the Human Brain, Übersetzung: Hainer Kober, Hardcover vergriffen (TB 8,95 € ISBN: 3548604439), 378 Seiten, ISBN: 3-471-77342-8

