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„Die Farben der Insel“ von Kristín Marja Baldursdóttir

insel.jpgGanz so wunderbar geht es nicht weiter, der zweite Teil hat Längen.

Karitas kann sich von der Insel losreißen: die Kinder sind aus dem Haus, der Ehemann ist irgendwo in der Weltgeschichte und sie startet ihren zweiten Anlauf zum Erfolg in Paris. Doch da kommt ihr jüngster Sohn ihr in die Quere und hinterlässt ihr sein Kind damit er zur See fahren kann. Wild entschlossen nimmt sie ihr Enkelkind einfach mit nach Paris, mietet ein Atelier, lernt französisch und macht sich mit um mit einen Namen in der Kunstwelt.

Der zweite Teil ist nun in der Ich-Form geschrieben und die Kapiteleinführungen beschreiben Karitas Bilder:

>>Tinte und Aquarellfarben auf Papier

Die Farbe hat sich aus den Fesseln der Form gelöst, und zunächst scheint es sich um eine reine Abstraktion zu handeln, nur undeutliche Saiten, die an ein Instrument erinnern, verleihen dem Werk vielschichtigere Nuancen. Es kommt einer lyrischen, formauflösenden Abstraktion nahe, … <<

Der Mittelteil dieses Buches, also nachdem die Protagonistin wieder Daheim in Island ist und mit ihren Freundinnen sowie ihrem Enkelkind zusammen wohnt, der ist mir um viele Stellen zu lang gewesen. Diese Eintönigkeit vergällt einem den Lesespaß, doch der Schluss tröstet dann über vieles hinweg. Als Leser denkt man sich, „endlich! und warum erst so spät?“, denn die Eises-Kälte Karitas bleibt unerklärlich. Muss man dazu Isländerin sein?

Kristín Marja Baldursdóttir ist eine der bekanntesten Journalistinnen und Schriftstellerinnen in Island. Die Autorin lebt in Reykjavik. Weitere Romane sind: „Möwengelächter“, „Kühl graut der Morgen“, „Hinter fremden Türen“ und „Die Eismalerin“. Die Autorin lebt in Reykjavik.

Krümel

Krüger Verlag (S. Fischer) 2010, OT: Óreida á striga 2007, Übersetzung: Coletta Bürling, Hardcover €, 558 Seiten, ISBN: 978-3-8105-0264-3

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