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Archive für August 2011

Neuerscheinungen im September

“Liebesnähe” von Hanns-Josef Ortheil

»Liebesnähe« ist nach den Romanen »Die große Liebe« (2003) und »Das Verlangen nach Liebe« (2007) der dritte Band einer Trilogie von in sich abgeschlossenen Romanen, in denen es um das Geheimnis der Liebesverständigung geht. »Liebesnähe« greift aber auch die Themen von stummer und sprachlicher Kommunikation in Ortheils letztem Roman »Die Erfindung des Lebens« auf: Erst langsam entdecken die Liebenden die jeweils eigene Sprache der Liebe mit all ihrem unverwechselbarem Vokabular.

“Schneegedichte” von Ron Winkler

SCHNEEGEDICHTE bringt neunzig deutschsprachige Dichter der letzten hundert Jahre zusammen, die diesem Phänomen nachspüren. Die dem Schnee Raum geben und diesem Raum eine Sprache - voller neuer Bilder und ungehörter Worte. Schnee kann hier alles sein, und alles kann Schnee sein, erratisch und unfassbar. 

“Ist das ein Mensch? - Die Atempause” von Primo Levi

Zusammen mit der Fortsetzung „Die Atempause“, dem Bericht über Levis abenteuerliche Rückkehr nach Italien, liegt das Werk nun nach fünfzig Jahren als Neuausgabe mit einem ausführlichen Kommentar zu Entstehungsgeschichte und Rezeption vor. 

Neuerscheinungen im September

“Das Gewicht des Schmetterlings” von Erri DeLuca

Ein flirrend klarer, strahlender Novembertag, hoch in den Bergen. Zum letzten Mal nimmt der alte Wilderer den steinigen Weg auf sich: Über dreihundert Tiere hat er im Lauf seines Lebens erlegt, lange schon lebt er als Eremit. Nur ein einziges fehlt ihm noch: Der König der Gemsen, dieses starke, beinahe unbezwingbare Tier, …

“Alles ist grün” von David Foster Wallace

Fünf bisher nicht übersetzte Erzählungen von David Foster Wallace - fünf Entdeckungen. Ob der Vertriebsrepräsentant in der Tiefgarage Herz-Lungen-Massage anwendet, ein Paar in der Fiktionstherapie der Wahrheit näher kommen soll, …

“Mein sanfter Zwilling” von Nino Haratischwili

Die Geschichte einer Liebe zwischen zwei Menschen, die sich unmöglich lieben können wegen des Schicksalsschlags, der sie zusammen gebracht hat. Eine fatale Liebe zwischen zwei Menschen die sich nur übereinander definieren können und doch immer wieder versuchen, ihren eigenen Weg zu gehen.

“Der kleine Herr Friedemann” von Thomas Mann

friedemann.gifEine sehr anmutige Novelle, die mich tief bewegt hat!

Diese Geschichte ist quasi Thomas Manns erste Veröffentlichung, sie erschien 1897 als Zeitungsartikel noch ein Jahr vor den „Buddenbrooks“, und ein Jahr später erst in Buchform.

„Der kleine Herr Friedemann“ ist ein Bucklinger, der kurz nach seiner Geburt gefallen war und seit dem nie wieder aufrecht stand. Er ist ein Außenseiter, auch etwas kleinwüchsig, aber mit schönen und weichen Gesichtszügen. Als seine Klassenkameraden sich zum weiblichen Geschlecht hingezogen fühlten, erntete er eine gemeine Erniedrigung von einem Mädchen und so schwört er sich, nie wieder eine solche Demütigung erleben zu müssen. Er lebte seit dem sehr zurückgezogen „glücklich“ mit seinen Schwestern. Doch dann …

Schon in diesem ersten Werk von Thomas Mann geht es um die „Heimsuchung“ vom weiblichen Geschlecht aus, von der Sexualität. Und tiefe Melancholie schwappt trotz des Friedens und der „Harmonie“ im mittleren Teil aus jeder Zeile heraus. Da ist etwas was brodelt, was unter der Oberfläche schwelt. Ein Feuer, eine Leidenschaft …. In vielen späteren Werken erscheint dieses Motiv dann wieder.

Mich hat dieses knappe Büchlein sehr bewegt, tiefe Empathie empfand ich für den Protagonisten, aber auch für den Autor, der wohl dieses Gefühl sein ganzes Leben lang mit sich trug.

Krümel

Büchergilde Gutenberg 2000, Hardcover 21,90 € mit Illustrationen von Karl-Georg Hirsch, 100 Seiten, ISBN: 3-7632-5000-X

“Kapitän Nemos Bibliothek” von Per Olov Enquist

„Kapitän Nemos Bibliothek“ ist die Geschichte zweier Jungen, die nach der Geburt vertauscht wurden und Jahre später aus ihren Familien herausgerissen wurden, damit das Versehen rückgängig gemacht wurde.
Aus Erinnerungsfetzen aneinandergereiht, so setzt sich, je weiter man sich durch dieses Buch liest, Puzzleteil mit Puzzleteil zusammen und erst am Ende des Romans ergibt sich ein (fast) vollständiges Bild. Zu Beginn haderte ich etwas mit dieser Erzählweise, weil ich zu schnell viel mehr erfahren wollte. Man musste sich bewusst auf diesen Stil einlassen und seinen Gedanken Zeit geben. Im Nachhinein betrachtet finde ich diese fragmentarische Erzählweise genial, spiegelt sie doch nicht zuletzt die innere Zerrissenheit des Erzählers auch Jahre nach dem Rücktausch wider.
Immer wieder flüchtet sich der Ich-Erzähler in seine Suche nach Gott und in seine Fantasiewelt, die Bibliothek von Jules Vernes Kapitän Nemo, weil er sonst das Leben nicht aushalten würde.
Der gesamte Roman war durch eine äußerst bedrückende Atmosphäre gekennzeichnet. Es war kein bisschen Frohsinn oder Hoffnung darin zu finden. Das machte es mir auch schwer eine gewisse Lesefreude zu entwickeln, zumal dieses unendlich traurige, auf mich sehr intensiv und verstörend wirkende Buch seine geballte Wirkung auch erst nach der Lektüre entfaltet. Es hat mich lange, nachdem ich es zurück ins Regal gestellt habe, noch sehr bewegt und wird keineswegs das letzte Buch des Autors gewesen sein, dem ich meine Aufmerksamkeit schenken werde.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)
Per Olov Enquist, geboren 1934 in Nord-Schweden, lebt in Stockholm. Er arbeitete als Theater- und Literaturkritiker und zählt heute zu den bedeutendsten Autoren Europas. Für seinen international erfolgreichen Roman “Der Besuch des Leibarztes” (Bd. 15404) wurde er in Leipzig mit dem Deutschen Bücherpreis 2002 ausgezeichnet.

Heike

S. Fischer Verlag 2007, Übersetzung: Wolfgang Butt, Taschenbuch 9,95 €, 236 Seiten, ISBN: 978-3596176366

Biographien - Challenge

vom 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012

Es sind zu lesen 6 Biographien aus 9 Themen:

• Literatur
• bildene Kunst und Musik
• Religion und Philosophie
• Naturwissenschaft, Technik und Medizin
• Politik und Wirtschaft
• besondere Leistung oder besonderes Schicksal ( z. B. Sport oder Krankheit)
• Biographie einer Institution, Landes, Stadt, Fluss u.a.
• Romanbiographie
• Autobiographie

Die Teilnehmer melden sich bitte im Krümel-Forum im entsprechenden Forum an (das geht auch als Gast). Dort kann man im einem persönlichen Ordner eine Bücherliste erstellen, oder aber man liest einfach drauf los. Die Liste darf selbstverständlich auch geändert werden.

Zu den 6 Biographien muss jeweils eine Buchbesprechung in dem entsprechenden Forum eingestellt werden.

Für den Gewinner gibt es einen Gutschein von Amazon über 20 Euro. Wobei der Gewinner nicht gleichzusetzen ist mit dem Schnellsten, der ganz schnell mal 6 Biographien gelesen hat, sondern hier erwartet man Engagement und Diskussionsfreude, eben eine Bereicherung für die Challenge. Der Gewinner wird von einer unabhängigen Jurie gewählt.

Neuerscheinungen im September

“Sturmhöhe” von Emily Jane Brontë

«Wuthering Heights», 1847 veröffentlicht, besticht durch herbe Melancholie, fesseln de Leidenschaftlichkeit und ungewöhnliche Modernität. Heathcliff, das fremdartige Findelkind, ist eine der eindrücklichsten Figuren der Weltliteratur.

“Tine” von Herman Bang

Eindringlich und mit großer stilistischer Feinheit schildert Herman Bang die schmerzhafte Sehnsucht und stumme Verlorenheit seiner Protagonistin. Neuübersetzung zum 100. Todestag Herman Bangs am 29.1.2012

“Die Prinzessin von Clèves” von Comtesse Marie-Madeleine de La Fayette

«Die Prinzessin von Clèves» ist ein wahrhaft aristokratischer Roman – und das nicht nur wegen des hohen Stands seiner Protagonisten.
“Zenos Gewissen” von Italo Svevo

Die Gabe des Menschen, sich etwas vorzumachen, ist unerschöpflich. Nur wenige Autoren der Weltliteratur haben diese Erfindungsgabe so herrlich indiskret bloßgelegt wie Italo Svevo. Die erheiternden Vivisektionen seines Zeno Cosini leuchten das Bewusstseinslabyrinth des modernen Mannes bis in die hintersten Winkel aus. In jeder Hinsicht eine Offenbarung!

“Dieda oder Das fremde Kind” von Renate Welsh

Österreich im 2. Weltkrieg. Sie war noch ein kleines Mädchen als die Mutter starb. Der Vater heiratete wieder und zu der Frau sollte sie Mutti sagen. Das umging sie ständig. Die Erinnerungen an ihre Mutti waren zu tief und sie fühlte sich schuldig an ihrem Tod. Als dann der Krieg näher kam und Bomben auch auf Wien fielen, musste die Kleine mit ihrer Stiefmutter den Vater, die geliebten Großeltern und Wien verlassen. Sie gingen in ein Dorf in den Bergen zur Familie der Frau und eigentlich hätte es sehr idyllisch sein können. Aber die Familie begegnete dem Mädchen mit Kälte und Ablehnung. Als sie ein Gespräch der Erwachsenen mitbekam, in dem sie „Die da“ genannt wurde, besteht sie energisch darauf, weiterhin Dieda genannt zu werden.
Geschichten, die eine schwierige Kindheit thematisieren, gibt es viele und doch ist diese besonders. Renate Welsh erzählt in dem sehr persönlichen Buch von ihren eigenen Kindheitserlebnissen, von Heimweh und der ungestillten Sehnsucht eines Kindes nach Menschen, die es lieben, vom Leben einer Außenseiterin. Das ist besonders bedrückend, wenn man bedenkt, das Mädchen war zu Beginn der Handlung erst fünf Jahre alt. So berichtet sie von einer Familie in der das Wort das Großvaters galt, Widerspruch wurde nicht geduldet, dafür gab es drakonische Strafen. So hatten alle Angst vor dem alten Mann, der den Führer verherrlichte und auf die „deutschen Werte“ pochte. Kinder hatten nichts zu sagen, sondern zu gehorchen. Schnell wurde er für mich dadurch zum Unsympath und ich musste mir ständig die Zeit und ihre Umstände ins Gedächtnis rufen, um die sich vor ihm duckenden Frauen zu verstehen. Die Schikanen, die die Kleine erdulden musste, reichten von Liebes- und Essensentzug hin zur Züchtigung. Briefe des geliebten Vaters wurden vorenthalten, der Kontakt zu den Großeltern unterbunden. Immer wieder wurde das Augenmerk auf das damalige Alltagsgeschehen gelenkt und Episoden daraus anschaulich für den Leser dargestellt. Renate Welsh bedient sich dabei einer sehr klaren, aber doch einfühlsamen Sprache mit der sie die Geschichte aus der Sicht der 5jährigen mit all ihrer kindlichen Naivität erzählt, die den Roman, trotz der geschilderten Bösartigkeiten dem Kind gegenüber, so liebenswert macht. Dieser Roman ist ein Jugendbuch, aber auch die Junggebliebenen finden darin eine gut lesbare und interessante Lektüre.
Ich erliege ja zur Zeit immer öfter dem Charme der Schreibweise österreichischer Schriftsteller, zu der Köhlmeier-Geiger-Haslinger-Riege gesellt sich jetzt noch Renate Welsh. Alle können sie sehr gut die Gefühle und Denkweisen ihrer Charaktere vermitteln und sich in die sie für den Leser mit Leben erfüllen. Deshalb freut es mich umso mehr wieder eine neue Autorin für mich entdeckt zu haben.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)
Renate Welsh, geboren 1937 in Wien, studierte Englisch, Spanisch und Staatswissenschaften und schreibt seit 1970 sowohl Kinder- und Jugendbücher als auch Bücher für Erwachsene. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Sie lebt in Wien.

Heike

Deutscher Taschenbuch Verlag 2006, Großdruck, TB 8,50 €, 192 Seiten, ISBN: 978-3423252539

“Der Blütenstaubmörder” von Markus Ridder

Zwei Frauen werden ermordet. Zuerst trifft es die Künstlerin Lisa Huber und dann ist Helen Bachmann das nächste Opfer. Die Frauen werden entführt und nach einigen Tagen werden sie dann tot aufgefunden. Was mag dahinter stecken?

Die Polizei ermittelt fieberhaft, kommt aber nicht recht weiter. Hauptkommissar Heiko Plossila und sein Kollege Dollerschell tappen im Dunkel. Auch ihre neue Kollegin Jenny Biber kann nicht sehr viel zur Klärung des Falles beitragen. Noch neu im Geschäft wird sie eh von ihren beiden männlichen Kollegen nicht für voll genommen.

Wo ist die Verbindung zwischen den beiden Morden? Eine Gemeinsamkeit gibt es und die trägt den Namen Konrad Kister. Ein Krimischriftsteller der sich in aller Ruhe seinem nächsten Buch widmen möchte und sich dazu in der Pension zum „Alten Hasen“ einquartiert. Außerdem braucht er Abstand von seiner gescheiterten Beziehung zu Lisa Huber. Helen Bachmann lernt er als Teilnehmerin seines Kurses über „Kreatives Schreiben“ kennen. Die attraktive Frau ist sehr von Krister angetan und macht ihm klare Avancen.

Als Jenny Biber merkt, dass die Ermittlungen auf der Stelle treten meldet sie sich in Kristers Kurs an und schnell kommen sich die beiden näher. Doch dann verschwindet auch Jenny Biber. Niemand hatte sie etwas von ihren eigenmächtigen Ermittlungen erzählt und Plossila und Dollerschell sind in großer Sorge um die Kollegin. Wird sie das dritte Opfer des Blütenstaubmörders werden? Ist Krister etwa der gesuchte Blütenstaubmörder? Ein Mörder der seine Opfer immer mit einem ganz bestimmten Blütenstaub bestäubt.

Markus Ridder hat einen lesenswerten Krimi geschrieben, einen Krimi der sich hinter seinen deutschen „Buch-Kollegen“ nicht zu verstecken braucht. Zwar mag dem Leser das eine oder andere Klischee bekannt vorkommen, beispielsweise der Person des Hauptkommissars Plossila scheint man schon das eine oder andere Mal begegnet zu sein, geschieden und desillusioniert und immer mit einem leeren Kühlschrank, dazu eigenbrötlerisch und etwas depressiv. Aber das trübt das Lesevergnügen in keiner Weise. Die Handlung ist sehr ordentlich aufgebaut und das Buch liest sich sehr flüssig. Es ist doch immer wieder schön wenn man einen Autor trifft, der nicht wie betrunken durch die deutsche Sprache irrt. Markus Ridder kann ohne Frage schreiben und schafft es, seine Leser spannend zu unterhalten. Nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.

Der Schluss des Buches ist dem Autor wirklich ordentlich gelungen. Er wirkt nicht wie ein Fremdkörper in der Geschichte sondern passt sehr gut in den Handlungsablauf. Markus Ridder verzichtet hier lobenswerterweise auf irgendwelche peinlich konstruierten Szenen, die den Gesamteindruck trüben könnten. Handlungsablauf einschließlich des Schlusses der Geschichte passen gut zusammen und bilden eine erzählerische Einheit.

Bei der „beamtenrechtlichen“ Recherche hätte man vielleicht etwas sorgfältiger arbeiten können. Der Vater des Hauptkommissars Plossila ist aus Finnland nach Deutschland eingewandert und dann Polizeibeamter geworden. Leider war das damals unmöglich. Beamter konnte nur der werden, der Deutscher war und dessen Eltern ebenfalls die deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. Es gab Ausnahmen, aber die bezogen sich auf Wissenschaftler, die auch als Ausländer Beamte werden konnten, aufgrund herausragender Leistungen. Aber das ist natürlich jetzt nur eine marginale Anmerkung meinerseits.

Ein lesenswerter Krimi und man darf auf weitere Bücher mit dem hier ermittelnden Trio gespannt sein. Dieser Krimi von Markus Ridder ist im Mittelfeld der ersten deutschen Krimiliga anzusiedeln. Wer dieses Buch kauft, tätig keinen Fehlkauf – so viel kann garantiert werden.

Jan

Pendragon Verlag 2011, Taschenbuch 12, 95 €, 368 Seiten, ISBN: 978-3865322555

Neuerscheinungen im September

“Erinnerungen eines Insektenforschers 03″ von Jean-Henri Fabre

Der dritte Band der Erinnerungen eines Insektenforschers führt den Leser wieder mitten hinein in die Welt der Insekten. Dolchwespen, Mörtelbienen, Heuschrecken, Rosen- und Ölkäfer haben ihren Auftritt. Beobachtungen und Experimente zum Geschlecht der Insekten und ihrer Larven sowie Überlegungen

“Turgenjews Schatten” von William Trevors

Mary Louise Dallon ist jung und hat Angst, auf dem Bauernhof ihrer Eltern zu versauern. Und so kann sie den scheinbaren Reizen der nahegelegenen Kleinstadt und dem Werben des viel älteren Textilhändlers Elmer Quarry nicht widerstehen. Doch statt eines abwechslungsreichen, erfüllten Lebens …

“Der Traum des Kelten” von Mario Vargas Llosa

Gequält von Mückenstichen, Schlafentzug und Verzweiflung sitzt Roger Casement 1916 in einer Gefängniszelle im Londoner Pentonville Prison und wartet auf seine Hinrichtung. Der einstige Held ist zum Geächteten geworden. Nun erinnert sich Casement an sein Leben …

Neuerscheinungen im September

“Blumenberg” von Sibylle Lewitscharoff

»Blumenberg« ist nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen, vor allem ist es ein Roman voll mitreißendem Sprachwitz, ein Roman über einen hochsympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet. 

“Walpurgistag” von Annett Gröschner

„Walpurgistag”, der lang erwartete zweite Roman von Annett Gröschner, ist ein lebenskluges Buch, raffiniert strukturiert, temporeich, mit Lakonie und Witz erzählt.
“Junge” von Sebastian Polmans

Hoch oben auf dem Feuerwachturm eines Militärstützpunktes steht ein Junge und beobachtet, wie die Sonne lichte Tupfer auf die Landschaft wirft; im Hintergrund das leichte Sirren eines alten Kofferradios. Die Ruhe aber ist nur von kurzer Dauer, denn etwas im Jungen gerät aus den Fugen. In seinen Ohren saust es, sein Herz rast …

“Vollkommen leblos, bestenfalls tot” von Antonia Baum

Wie findet man im Labyrinth der Möglichkeiten den Weg ins eigene Leben? Antonia Baums junge Heldin erzählt in furiosem Stakkato von der Enge der Freiheit und der Bedrohlichkeit des Glücks.